Israel verstärkt Angriffe

Menschen in Gaza leiden Hunger, Demo zog durch Innsbruck

Propalästinensische Kundgebung am Sonntag in der Innsbrucker Innenstadt. Die Teilnehmer riefen „Free, free Palestine“. Auf einem Transparent wurde Israel indirekt Völkermord vorgeworfen.
© Fellner

Israel verstärkt seine Angriffe auf die Hamas. Deren Führung leugnet angeblich die Realität.

Tel Aviv, Gaza-Stadt – Während Israel die Kämpfe im Gazastreifen intensiviert, wächst die Not der Zivilisten. Das UNO-Welternährungsprogramm erklärte am Wochenende, es könne kaum noch humanitäre Hilfe leisten. Auch die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock nahm von Dubai aus darauf Bezug: „Wir sehen auf dramatische Art und Weise nicht nur das Leid, sondern der Hunger nährt auch weiteren Terrorismus“, warnte sie.

Israel bestreitet, dass es die humanitäre Hilfe behindere. „Die internationalen Organisationen schaffen es nicht, Hilfsgüter in dem Tempo zu verteilen, wie Israel die Lieferungen inspiziert“, sagte Regierungssprecher Eilon Levi.

Zugleich meldete Israel Erfolge gegen die Hamas, die mit ihrem Überfall und Gräueltaten am 7. Oktober den aktuellen Krieg ausgelöst hatte. Premier Benjamin Netanjahu bekräftigte das Ziel, die Hamas zu zerschlagen und die Geiseln zu befreien. Dafür werde der Krieg „mit größerer Intensität“ fortgesetzt.

Laut Armee kommen nun auch Artillerietruppen innerhalb der Enklave zum Einsatz. Zudem verbreitet die Armee Aufnahmen vom Häuserkampf sowie von Waffenlagern der Hamas und von Tunnel-Eingängen, die in Schulen oder Wohnhäusern liegen sollen. 7000 Terroristen seien getötet worden.

Der berüchtigte Chef der Hamas im Gazastreifen, Jihia Sinwar, konnte bislang offenbar nicht aufgespürt werden. Der Armee zufolge soll die Hamas jedoch ins Schwanken geraten sein. Terroristen, die sich ergeben haben, hätten ausgesagt, dass sich die Kämpfer in einer „schwierigen Lage“ befänden und die Hamas-Führung unter Sinwar die „Realität leugnet“.

Von der Hamas freigelassene Israelis beschrieben die Geiselhaft als unerträglich. „Jeder Tag dort ist wie die Hölle“, erzählte die 21-jährige Mia Regev in einem Video, das bei einer Solidaritätskundgebung für die im Gazastreifen verbliebenen Geiseln in Tel Aviv gezeigt wurde.

Indessen berichtete Haaretz, dass seit Beginn des Gaza-Kriegs sechs Palästinenser unter unklaren Umständen in israelischer Haft gestorben seien. Mindestens zwei der Leichen sollen Anzeichen von Gewalteinwirkung aufgewiesen haben. (TT, dpa, APA)