Verhandlungen gescheitert

Keine Einigung im Handels-KV: Gewerkschaft droht mit weiteren Streiks ab Donnerstag

Eine Protestaktion am Samstag, 9. Dezember beim Europark in Salzburg.
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Nachdem es nach der fünften Verhandlungsrunde keine Einigung gab, droht die Handels-Gewerkschaft mit neuen Aktionen. Bislang wurde zwischen GPA und WKÖ noch kein Termin für die sechste Runde fixiert.

Wien – Nach der gescheiterten fünften Verhandlungsrunde für einen neuen Handels-KV will die Gewerkschaft – wenn nötig – ab Donnerstag wieder Kundgebungen und Warnstreiks organisieren, berichtete die ORF-ZiB1 am Montagabend. Somit könnten Aktionen der Arbeitnehmer weitere Tage im wichtigen Weihnachtsgeschäft beeinträchtigen. Solche hatte es schon am Marienfeiertag und vorigen Weihnachtseinkaufssamstag gegeben.

Auf das Angebot der Arbeitgeber für eine Erhöhung der Gehälter um 8 Prozent ohne soziale Staffelung hatte sich die Gewerkschaft bei der fünften Verhandlungsrunde nicht einlassen wollen. Einen neuen Gesprächstermin haben die Sozialpartner bisher nicht gefunden.

Beim Handels-KV geht es um die Gehälter von 430.000 Angestellten und Lehrlingen. Es ist der zweitgrößte Kollektivvertrag in Österreich. Die Gewerkschaft pocht auf ein Plus von 9,4 Prozent. Die rollierende Inflation von Oktober 2022 bis September 2023 lag bei 9,2 Prozent.

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Sollte es auch in den nächsten Tagen zu keiner Einigung zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter kommen, will die Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) eine Empfehlung für "eine nachhaltige Gehaltserhöhung" an die Unternehmen abgeben - ungeachtet der neuen gewerkschaftlichen Drohung, wie WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik bekräftigte. Einen höheren Abschluss schloss er einmal mehr aus.

GPA-Chefverhandlerin Helga Fichtinger kritisierte in der "ZiB1" ein "einseitiges Vorgehen" der Arbeitgebervertreter, sollte nur eine Empfehlung anstatt eines KV-Abschlusses erfolgen. Das sei "nicht der beste Weg". Für Dienstag hat die Gewerkschaft konkrete Informationen zum weiteren Vorgehen angekündigt.

Unterdessen sieht Trefelik die Einhaltung der sogenannten Benya-Formel wie berichtet bereits "mehr als erfüllt" an, weil die Produktivität und die Umsätze im Handel rückläufig seien. Bei der Benya-Formel sind die Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate plus das durchschnittliche Produktivitätswachstum Ziel des Ausgleichs in den Kollektivvertragsverhandlungen. (APA)

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