Zu viel Bürokratie

Keine „Erbsenzählerei“: Musterschüler Virgen verlässt das e5-Programm des Landes

Die Gemeinde Virgen mit Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler (l.) fördert seit Jahren erneuerbare Energien wie Sonnenenergie.
© Energieagentur Tirol

Virgen ist seit Jahren ein europaweites Vorbild in Sachen erneuerbarer Energie und Top im Tiroler Energiesparprogramm "e5". Jetzt ist Schluss.

Virgen - Die Gemeinde Virgen setzte schon auf Energieeffizienz, als es das Tiroler e5-Programm noch gar nicht gab. Erneuerbare Energien wie Photovoltaik prägen sichtbar das Ortsbild, spezielle Förderungen, Schulprojekte, Gebäudesanierungen und andere Projekte kamen dazu. Das fünfte "e" im Landesprogramm war schnell erreicht, seit 2015 gehört Virgen sogar europaweit zu den besten Zehn. Doch mit Jahresende ist das vorbei. Hintergrund: die Vorgaben und Kriterien des e5-Programms ändern sich ab 1. Jänner 2024.

„Das Programm wird immer bürokratischer“, begründet Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler. „Im neuen Maßnahmenkatalog sind viele neue Kennzahlen, Statistiken, oder CO2-Bilanzen vorgesehen, die für uns und unsere Leute nicht mehr nachvollziehbar sind. Virgen wird bei diesem ,Erbsenzählen‘ nicht mitmachen.“ Viel wichtiger findet die Gemeinde zum Beispiel, dass Kinder und Jugendliche für Energiethemen interessiert werden und mit ins Boot geholt werden. „Doch nach den neuen Regeln zählt das nicht viel", so der Bürgermeister.

Verwandte Themen