Botschaft zu Weihnachten

„Licht ins Dunkel“: Kanzler Nehammer appelliert an Zusammenhalt

Bundeskanzler Karl Nehmammer sieht die Kraft der Gesellschaft in der Mitte.
© ROMAN ZACH-KIELSING

Im Zuge der Spendensendung „Licht ins Dunkel“ hat Bundeskanzler Karl Nehammer für mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft appelliert. Auch viele weitere Politiker verbreiteten an Weihnachten Optimismus.

Wien – Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat zu Weihnachten an den Zusammenhalt in der Gesellschaft appelliert. In der ORF-Spendensendung „Licht ins Dunkel" rief er dazu auf, „wieder vermehrt die Mitte zu entdecken“, dort sei „viel Platz für Begegnungen“.

Nehammer und Van der Bellen betonten die Wichtigkeit des ehrenamtlichen Engagements und der Spendenbereitschaft. Nicht nur gegeneinander argumentieren, sondern auch dorthin blicken, wo etwas gelingt, möchte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). Er wollte am Weihnachtsvormittag eine gute Nachricht verbreiten – so dürften die CO2-Emissionen in Österreich 2023 gesunken sein. Auch FPÖ-Obmann Herbert Kickl plädierte in einer Aussendung für Zusammenhalt und Gemeinsamkeit im Land. Dadurch könne die Demokratie so stark werden, „dass wir die vielen Bedrohungen, die Ignoranz, Bevormundung und Unterdrückung besiegen können.“

Gehe es um die Situation von Menschen mit Behinderung, so sei man in Österreich noch lange nicht am Ziel, sagte Kogler. Fortschritte bei der Barrierefreiheit seien aber etwa an Bahnhöfen gemacht worden. SPÖ-Chef Andreas Babler appellierte indes dafür, dass behinderte Menschen ein Gehalt, nicht nur Taschengeld bekommen. Derzeit würde sich das Regelbildungssystem noch zu sehr darauf konzentrieren, was jemand nicht kann, sah der NEOS-Nationalratsabgeordnete Helmut Brandstätter noch Verbesserungspotenzial. Vor allem bei Menschen mit Behinderungen sei das ein Problem, die Behindertenrechtskonvention der UNO sei noch nicht zufriedenstellend umgesetzt. Der Fokus von "Licht ins Dunkel" liegt auf der Förderung von körperlich und intellektuell beeinträchtigten Menschen sowie psychosozial benachteiligten Familien mit Kindern.

Weihnachten als Fest der Hoffnung

Die Zeit, in der Jesus in Betlehem geboren worden war, sei keine friedliche gewesen, zog Kardinal Christoph Schönborn im ORF Parallelen zur u.a. von Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten geprägten Gegenwart. Die Weihnachtsgeschichte zeige jedoch, dass Gott auf der Seite der Schwachen sei. Weihnachten sei ein Fest der Hoffnung, betonte auch Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser.

Nachdem am Samstagabend von einem möglichen geplanten Terroranschlag auf Wien, aber auch Köln und Madrid berichtet wurde, zeigte sich Schönborn außerdem dankbar für die Wachsamkeit der Exekutive. Von einem besorgniserregenden Anstieg des Antisemitismus berichtete Oberrabbiner Jaron Engelmayer, der sich über das klare Zeichen der Politik, jüdisches Leben weiterhin zu gewährleisten, bedankte.

Über fünf Millionen bei „Ö3 Weihnachtswunder“

Am Spendentelefon waren etwa Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm, Familienministerin Susanne Raab (beide ÖVP) und Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne). Im Verlauf der Vormittagssendung ging auch das „Ö3-Weihnachtswunder“ zu Ende. 5.239.214 Euro kamen bei der Aktion zusammen, wobei Ö3-Hörer Musikwünsche bestellen und gleichzeitig für den „Licht ins Dunkel“-Soforthilfefonds spenden konnten. Bisher seien außerdem durch die „Ö3 Wundertüte“, bei der Handys gespendet werden, 320.000 Euro für Familien in Not zusammengekommen, hieß es in einer Aussendung. (APA)

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