Innenpolitik

Höchstwert an Deutschprüfungen

Deutschkurse werden gut angenommen
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Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) hat im abgelaufenen Jahr eine starke Nachfrage nach seinen Angeboten registriert. 60.000 Antritte bei Deutschprüfungen bis Ende November bedeuten laut Aussendung einen Rekord und Anstieg um 17 Prozent. Insgesamt hat der ÖIF 66.000 geförderte Deutschkursplätze vergeben. Die Zahl der Asyl- und Schutzgewährungen lag in Österreich mit 22.000 etwa 30 Prozent über jener des Vorjahres.

2023 war daher "geprägt von der hohen Zahl an Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten, die in Österreich Schutz erhielten", hieß es in der Aussendung. Es sei der dritthöchste Wert seit 2015 und im EU-Vergleich der dritthöchste bei erstinstanzlichen Entscheidungen für 2023. Der Integrationsfonds vermerkte in seiner Bilanz rund 265.000 Integrationsberatungen und 11.000 Personen, die an Werte- und Orientierungskursen teilnahmen.

Zwei Drittel der Personen in ÖIF-Deutschkursen waren zuvor nicht alphabetisiert. Davon konnte wiederum ein Drittel auch in ihrer Erstsprache weder lesen noch schreiben. Der Rest beherrschte die lateinische Schrift nicht. Die Bearbeitungszeit der Prüfungen konnte laut Integrationsfonds durch Digitalisierungsmaßnamen verkürzt werden. Im Durchschnitt käme das Ergebnis nach sechs Werktagen.

Auch das Online-Angebot auf sprachportal.at baut der ÖIF aus. 2023 hätten über 100.000 Menschen darauf zugegriffen.

Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) meinte in einem schriftlichen Statement, trotz der gesunkenen Asyl-Zahlen blieben die Herausforderungen für die Integration hoch. Angesichts des hohen Arbeitskräftebedarfs stehe die Integration in den Arbeitsmarkt im Vordergrund. Immer mehr Deutschkurse würden berufsbegleitend angeboten und die Menschen beim Arbeitseintritt unterstützt. Integration funktioniere dann, wenn die Zuwanderinnen und Zuwanderer sich eigenverantwortlich um ihre Integration bemühten, Deutsch lernten und die Chancen am Arbeitsmarkt nutzten.

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