Studium mit Vorabverpflichtung

Gewidmete Medizin-Studienplätze sollen Versorgung verbessern

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Wien – Der Ärztemangel ist hierzulande in aller Munde, in Kombination mit Restriktionen beim Medizinstudium eine fatale Situation. Ab dem Studienjahr 2024/25 sollen speziell gewidmete Medizinstudienplätze helfen, wie das Bildungsministerium gestern bekannt gab.

Die Möglichkeit, eine bestimmte Anzahl an Plätzen für Jobs im öffentlichen Interesse zu reservieren, gibt es bereits seit 2022/23, bisher hat aber nur das Bundesheer das genutzt, um Militärärzte zu gewinnen. Mit dem nächsten Studienjahr geht das Programm „in die Breite“, erklärte Elmar Pichl, Leiter der Hochschulsektion des Bildungsressorts. Das sei das Ergebnis einer Abstimmung mit Ländern, Gesundheitskasse und Innenministerium.

Insgesamt sind ab dem kommenden Studienjahr 85 Humanmedizin-Plätze reserviert. Für die Interessenten gelten Sonderregelungen: Sie müssen beim obligatorischen Medizin-Aufnahmetest nicht unter den besten Bewerbern sein, sondern mindestens 75 Prozent der Punkte erreichen. Außerdem bekommen sie rund 1000 Euro Stipendium pro Monat von ihrem Vertragspartner, mit dem sie schon vor dem Test eine Vereinbarung eingehen.

Dafür verpflichten sich die Bewerber im Gegenzug, nach erfolgreichem Studienabschluss eine gewisse Zeit als Ärztinnen und Ärzte in Spitälern, in Kassenpraxen, im Polizeidienst als Amtsärztinnen und Amtsärzte oder beim Bundesheer zu arbeiten. Wie Karl Cernic, Geschäftsführer des Kärntner Gesundheitsfonds, betonte, solle damit „zielgesteuert medizinischer Nachwuchs“ rekrutiert werden, auf Ausbildung in bestimmten Mangelfächern (Anästhesie, Kinder-, Erwachsenen-Psychiatrie etc.) werde ebenfalls geachtet.

Die Dauer der Verpflichtung ist unterschiedlich, im Fall der Länder beträgt sie acht Jahre, bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) geht man von fünf Jahren aus. Wer die Ausbildung abbricht, muss das Stipendium zurückbezahlen. Aufgeschlüsselt sind die Plätze folgendermaßen: 13 Plätze pro Studienjahr sind für die ÖGK reserviert, weiterhin zehn für das Bundesheer, drei für die Polizei. Den Bundesländern stehen insgesamt 59 Plätze zur Verfügung, fünf davon gehen an Tirol.

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