Mörder soll übergeben werden

„Delikate Frage“: Scholz bei Austausch von Gefangenen mit Russland zurückhaltend

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz zeigt sich zurückhaltend.
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Putin deutete die Freilassung eines US-Journalisten an, im Gegenzug will er die Auslieferung des sogenannten „Tiergartenmörders“. Der deutsche Bundeskanzler, Olaf Scholz, zeigt sich zurückhaltend.

Washington – Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat zurückhaltend auf den Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin reagiert, den „Tiergartenmörder“ gegen einen in Russland inhaftierten US-Journalisten auszutauschen. „Ich glaube, dass solche delikaten Fragen sehr vertraulich an vielen Stellen erörtert werden müssen“, sagte Scholz am Freitag in Washington auf eine entsprechende Frage. Er wolle sich dazu nicht weiter äußern.

Putin hatte sich in einem Interview mit dem US-Moderator Tucker Carlson offen für die Freilassung des in Russland inhaftierten amerikanischen Journalisten Evan Gershkovich vom Wall Street Journal gezeigt. Er sitzt seit fast einem Jahr wegen angeblicher Spionage in Haft. Putin deutete an, dass er im Gegenzug die Freilassung des in Deutschland inhaftierten Wadim Krasikow wünscht – namentlich nannte Putin ihn allerdings nicht.

Seit fast einem Jahr sitzt der amerikanische Journalist wegen angeblicher Spionage in russischer Haft.
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Krasikow ist 2021 zu lebenslanger Haft für den Mord im Berliner Tiergarten an einem Georgier verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die russische Regierung hinter der Tat steckt. (APA, Reuters)

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