Schnäppchen erwartet

Vor allem Fahrräder betroffen: Sporthandel sitzt auf vollen Lagern

(Symbolfoto)
© APA/AFP/THOMAS KIENZLE

Im Gegensatz zur Pandemie-Zeit sind im Sporthandel die Lager laut Sport-2000-Chef Schwarting prall gefüllt. Er erwartet Schnäppchen bei Fahrrädern.

Wien – Während andere Branchen mit Lieferkettenproblemen kämpfen, schlägt sich der Sporthandel mit zu vollen Lagern herum. Das betreffe nicht nur den Handel, sondern auch die Lieferanten, meint Sport-2000-Chef Holger Schwarting. Insbesondere bei Fahrrädern sei zu viel Ware vorhanden und infolgedessen werde es zu Rabatten kommen, prognostiziert Schwarting. Solche Vergünstigungen würden aber eher ältere Modelle betreffen, damit Händler neue Ware einkaufen können. Stabilisieren werde sich die Situation der übervollen Lager erst nächstes Jahr, 2024 sei noch „herausfordernd“, so der Vorstand von Sport 2000 Österreich.

Seit Jänner ist der österreichische Ableger von Sport 2000 Teil der ANWR Group. Nach der Insolvenz der Sport-2000-Genossenschaft Zentrasport wurde die Übernahme der Sportfachhändler-Gemeinschaft beschlossen. Ziel sei, ab Mai oder Juni in einer neuen Firma zu starten. Diese soll dann jedoch nicht wie bisher eine Genossenschaft sein, sondern eine GmbH, die der ANWR Group gehört. Die Zentrale bleibe in Ohlsdorf in Oberösterreich und man bleibe Lizenzpartner der Sport 2000 International.

Schwarting rechnet mit einem erheblichen Rückgang des Umsatzes in Österreich. „Der Außenumsatz lag bei rund 700 Millionen Euro und wir werden zukünftig rund 420 Millionen Euro Außenumsatz generieren“, sagte Schwarting. Hierbei müsse man bedenken, dass wichtige Händler künftig wegfallen würden. Das ergebe einen Marktanteil von rund 20 Prozent – „wir lagen bei knapp über 30 Prozent“, erinnert sich Schwarting.

Rund 150 Sportfachhändler mit circa 220 Standorten sollen bei dem Neustart dabei sein. Gegenüber den 229 Händlern mit 367 Standorten ist das ein deutlicher Rückgang. Ungefähr die Hälfte jener Händler, die künftig nicht mehr Teil der Sport-2000-Gruppe sind, hatte eine Prüfung der finanziellen Lage durch die Zentralregulierungsbank DZB nicht bestanden, so Schwarting. Die DZB Bank ist ebenfalls Teil der ANWR Group. Bei der anderen Hälfte sei es eine Mischung aus Händlern, die abwarten, wie sich die Situation nach der Insolvenz entwickelt, Unternehmerinnen und Unternehmern, die prinzipiell nicht mehr dazugehören wollen, und natürlichen Abgängen wie Pensionierungen. Eine große Änderung gebe es jedenfalls bei der Haftung. In Zukunft hafte nicht mehr die Zentrasport-Genossenschaft bei Zahlungsschwierigkeiten eines Händlers, sondern die DZB Bank. Das sei eine Sicherheit für die Lieferanten. Nachteil: „Die Zentralregulierung kostet etwas.“ (APA)

Verwandte Themen