Sorge um Eskalation

Ramadan-Beginn am Sonntag: Hamas ruft Palästinenser zu Marsch auf Tempelberg auf

Israelische Sicherheitskräfte stehen Wache, während palästinensische Muslime am 8. März 2024 auf einer Straße im Osten Jerusalems das Freitagsmittagsgebet verrichten.
© APA/AFP/AHMAD GHARABLI

Am Sonntag beginnt der Fastenmonat Ramadan. Angesichts des wichtigen islamischen Feiertages wird im Nahost-Konflikt mit Gewaltausschreitungen gerechnet. Die Hamas fordert die palästinensische Bevölkerung zum Marsch auf den Tempelberg auf.

Gazam, Jerusalem – Die islamistische Hamas im Gazastreifen hat die palästinensische Bevölkerung dazu aufgerufen, im Fastenmonat Ramadan zur Al-Aksa-Moschee auf dem Jerusalemer Tempelberg zu marschieren. "Erlauben wir es der Besatzungsmacht (Israel) nicht, die Fakten vor Ort zu diktieren", erklärte Hamas-Sprecher Abu Obaida in einem Video, das die Qassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, am Freitagabend in ihrem Telegram-Kanal veröffentlichten.

Möge der (...) Ramadan sich zur maximalen Flutwelle auf den Straßen (...) Palästinas auswachsen.
Abu Obaida (Hamas-Sprecher)

Der Ramadan ist eine den Muslimen besonders heilige Periode und soll am Sonntag beginnen. Die Al-Aksa-Moschee gilt als drittwichtigstes Heiligtum im Islam. Israel hat den Tempelberg-Komplex zusammen mit der Jerusalemer Altstadt im Sechs-Tage-Krieg 1967 erobert. Seitdem kontrolliert es die Zugänge zu der Kultstätte, den es immer wieder auch einschränkt. In diesem Jahr sollen für den Ramadan ähnliche Bestimmungen gelten wie in den vergangenen Jahren. Unter anderem bedeutet das, dass männliche Muslime jüngeren und mittleren Alters nicht in der Al-Aksa-Moschee beten können.

Sorge um Gewalt-Eskalation

Islamistische und militante Bewegungen wie die Hamas schreiben dem Ramadan eine besondere Bedeutung im sogenannten Jihad, dem heiligen Krieg, zu. Vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs lässt dies eine Zunahme gewalttätiger Konflikte in Jerusalem und im israelisch besetzten Westjordanland befürchten. "Möge der gesegnete Monat Ramadan (...) sich zur maximalen Flutwelle auf den Straßen und Fronten innerhalb und außerhalb Palästinas auswachsen", sagte Abu Obaida in seiner Video-Botschaft.

Der Felsendom am Tempelberg ist der älteste bestehende Sakralbau des Islams.
© imago

Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober im Süden Israels verübt hatten. Die Hamas nannte den Überfall die "Al-Aksa-Flutwelle". Auf israelischer Seite wurden dabei mehr als 1200 Menschen getötet und weitere 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. (APA, dpa)

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