Nach drei Monaten Pause

Zum ersten Mal seit Krebsdiagnose: König Charles III. zeigt sich wieder in der Öffentlichkeit

Gemeinsam mit Ehefrau Camilla besuchte König Charles III. am Dienstag ein Londoner Krebs-Behandlungszentrum.
© HENRY NICHOLLS

Mit einem Besuch in einem Krebs-Behandlungszentrum hat sich der britische König Charles III. erstmals seit Bekanntwerden seiner eigenen Krebserkrankung vor knapp drei Monaten wieder öffentlich gezeigt.

London – Großbritanniens König Charles III. sitzt neben einer Frau, die ihre nächste Runde Chemotherapie bekommt. Das Bild aus einem Londoner Krankenhaus zeigt zwei Menschen, die gegen eine Erkrankung kämpfen: Krebs. Charles hat am Dienstag erstmals seit Bekanntmachung seiner Diagnose wieder einen öffentlichen Termin wahrgenommen. Er besuchte als symbolischen Schritt ein Krebszentrum in der britischen Hauptstadt.

Gemeinsam mit seiner Frau Königin Camilla erschien der 75-Jährige im dunkelblauen Anzug, mit Einstecktuch, etwas geröteten Augen. Er winkte Fotografen zu und schüttelte Hände. Und setzte sich zu Patientinnen, die am besten verstehen dürften, wie eine Krebsdiagnose das eigene Leben umwerfen kann. „Ich muss heute Nachmittag auch noch meine Behandlung bekommen“, sagte er der Nachrichtenagentur PA zufolge, als er die Patientin Lesley Woodbridge traf.

Bei seinem Besuch sprach Charles mit anderen KrebspatientInnen.
© SUZANNE PLUNKETT

Das britische Königshaus hatte Anfang Februar öffentlich gemacht, dass Charles an Krebs erkrankt ist. Um welche Art von Krebs es sich handelt und wie der Monarch behandelt wird, ist nicht bekannt. Es soll aber kein Prostatakrebs sein. Charles war zuvor wegen einer vergrößerten Prostata im Krankenhaus behandelt worden. Seine Schwiegertochter Prinzessin Kate wird ebenfalls wegen einer Krebsdiagnose behandelt. Wann sie in die Öffentlichkeit zurückkehrt, steht nicht fest.

Nach drei Monaten zurück im öffentlichen Dienst

Sichtlich erfreut zeigt sich der Monarch über das Bündel Rosen in seiner Hand.
© HENRY NICHOLLS

Auch wenn Charles' Termin nur etwas weniger als eine Stunde dauerte, dürfte es für ihn ein wichtiger Moment gewesen sein. Zurück im Dienst. Charles steht erst seit anderthalb Jahren an der Spitze der britischen Monarchie, nachdem er lange auf den Moment gewartet hatte. Seine Staatsgeschäfte setzte er nun trotz Erkrankung fort. Charles traf zuvor bereits weiterhin Premierminister Rishi Sunak, empfing Kriegsveteranen oder neue Botschafter im Palast und ließ sich auf dem Weg zum Gottesdienst fotografieren.

Auf Anraten seiner Ärzte aber verzichtete er vorübergehend auf größere öffentliche Auftritte. Nun soll sich das wieder ändern. Unklar ist allerdings, wie oft man Charles wieder sehen wird. Wird er bei der Militärparade Trooping the Colour erscheinen und beim Pferderennen in Ascot? Eingeplant ist dagegen bereits ein Besuch des japanischen Kaiserpaars im Sommer.

„Überwältigt von seiner Widerstandsfähigkeit“

Reporterinnen und Reporter im britischen Fernsehen betonten am Dienstag, Charles sei es wichtig, wieder zur Arbeit zurückzukehren. Das Königshaus teilte bei Instagram Tipps einer Hilfsorganisation, wie man Freunde und Kollegen unterstützen könne, die nach einer Krebsdiagnose zurück zur Arbeit kämen. Es sei wichtig zu verstehen, dass manche weiter behandelt würden und noch mit Nebenwirkungen zu kämpfen hätten.

Moderator Jonathan Dimbleby betonte im Gespräch mit dem Fernsehsender Sky News: „Ich bin überwältigt von seiner Widerstandsfähigkeit, seiner Energie, seinem Drang weiterzumachen.“ Natürlich sei es furchtbar, eine Krebsdiagnose zu bekommen, sagte Dimbleby, der nach Angaben des TV-Senders mit Charles befreundet ist. Bei Charles sehe man aber, wie stark er sei und wie sehr er seinen Pflichten als König nachkommen wolle.

Schirmherrschaft für Krebsforschung

Charlesübernimmt nun auch die Schirmherrschaft für die Organisation Cancer Research UK, die die Krebsforschung unterstützt. Sein Besuch im University College Hospital sei der erste in dieser neuen Funktion gewesen, hieß es. „Obwohl sich die Überlebensrate bei Krebs im Vereinigten Königreich in den vergangenen Jahren verdoppelt hat, wird heute fast einer von zwei Menschen in seinem Leben Krebs bekommen“, teilte der Chef der Organisation, Simon Stevens, mit. Die Unterstützung des Königs sei daher sehr willkommen.

Charles ist seit anderthalb Jahren britischer Monarch, nachdem seine Mutter, Queen Elizabeth II., im September 2022 im Alter von 96 Jahren gestorben war. Vor fast einem Jahr, am 6. Mai 2023, wurde Charles' Thronbesteigung auch mit einer aufwendigen Krönung in London gefeiert. (dpa)

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