Wettlesen am Wörthersee

Bachmann-Preis mit drei Teilnehmerinnen aus Österreich

Das Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis findet heuer von 26. bis 30. Juni in Klagenfurt statt.
© APA/GERT EGGENBERGER

Die Tage der deutschsprachigen Literatur finden heuer von 26. bis 30. Juni zum 48. Mal statt. Kaśka Bryla, Ulrike Haidacher und Johanna Sebauer nehmen für Österreich am Wettlesen teil. Die Eröffnungsrede hält heuer Ferdinand Schmalz. Klaus Kastberger ist neuer Juryvorsitzender.

Wien – Das Wettlesen um den 48. Ingeborg-Bachmann-Preis wird mit drei Teilnehmerinnen aus Österreich über die Bühne gehen: Die in Wien geborene und zwischen Wien und Warschau aufgewachsene Kaśka Bryla („Die Eistaucher“), die gebürtige Grazerin Ulrike Haidacher („Die Party“) und die im Burgenland aufgewachsene und nun in Hamburg lebende Wienerin Johanna Sebauer („Nincshof“) sind unter den 14 antretenden Autorinnen und Autoren.

Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2024 finden vom 26. bis 30. Juni im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten statt. Um den am letzten Tag vergebenen und mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis und die weiteren Auszeichnungen – Deutschlandfunk-Preis mit 12.500 Euro Dotierung, Kelag-Preis mit 10.000 Euro, 3sat-Preis mit 7500 Euro und BKS Bank-Publikumspreis mit 7000 Euro – rittern acht Frauen, fünf Männer und mit Miedya Mahmod aus Deutschland eine Person, die sich als divers versteht.

Klaus Kastberger ist seit 2015 Mitglied der Bachmann-Preis-Jury. Heuer ist er erstmals Vorsitzender des Gremiums.
© ORF

ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard sagte am Freitag in einer Pressekonferenz zu den 48. Tagen der deutschsprachigen Literatur: „Es ist ja fast unglaublich, 48 Jahre ohne Unterbrechung, Hunderte Autorinnen und Autoren waren in dieser Zeit in Klagenfurt. Unzählige Karrieren in der literarischen Welt haben hier begonnen. Ich bin stolz, dass unser Landesstudio eine Veranstaltung mit einer derartigen internationalen Breitenwirkung durchführt und eine der wohl schönsten Gelegenheiten bietet, den Kultur- und Bildungsauftrag des ORF zu erfüllen.“

Die TeilnehmerInnen

14 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich lesen um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis:

  • Kaśka Bryla A/POL
  • Semi Eschmamp CH
  • Ulrike Haidacher A
  • Roland Jurczok CH
  • Christine Koschmieder D
  • Miedya Mahmod D
  • Sarah Elena Müller CH
  • Denis Pfabe D
  • Johanna Sebauer A
  • Tijan Sila D
  • Tamara Štajner SLO
  • Sophie Stein D
  • Henrik Szántó FI/UK
  • Olivia Wenzel D

Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider ergänzte, dass der Ingeborg-Bachmann-Preis, der „auch in schwierigen Zeiten immer veranstaltet wurde“, ein „Alleinstellungsmerkmal für Klagenfurt“ darstelle: „Es ist eine jener Veranstaltungen, die hier geboren und aufgewachsen sind, die sich den Herausforderungen gestellt und weiterentwickelt hat und jetzt nicht mehr wegzudenken ist.“

Von „einem spannenden Teilnehmerfeld“, das es heuer gibt, sprach Horst Ebner, Koordinator der „Tage der deutschsprachigen Literatur“: „Wir sind bunt, und wir sind dieses Mal stark weiblich.“ Christine Koschmieder, Denis Pfabe, Tijan Sila, Sophie Stein und Olivia Wenzel kommen aus Deutschland, Semi Eschmamp, Roland Jurczok und Sarah Elena Müller aus der Schweiz. Der in Frankfurt am Main geborene Henrik Szántó wird als finnisch-britischer Autor und Slam-Poet.

Der Garten des ORF-Theaters in Klagenfurt wurde im Vorjahr in Ingeborg-Bachmann-Park umbenannt. Heuer wird dort eine Skultpur der Dichterin enthüllt.
© APA

Als „Blitzstarterin“ in der Szene nannte Heimo Strempfl, Leiter des Robert-Musil-Literaturmuseums, die Slowenin Tamara Štajner. Im Jahr 2022 veröffentlichte sie einen Lyrikband, ein Jahr später ihren ersten Roman. Sie ist Performerin, studierte Violine an der Musikakademie und bei dem bevorstehenden Literaturwettbewerb könnte laut Strempfl der Jackpot für sie bevorstehen. Vor wenigen Tagen wurde Štajner mit dem renommierten Meraner Lyrikpreis ausgezeichnet.

Wie bereits bekannt, übernimmt der Germanist und Literaturkritiker Klaus Kastberger heuer den Juryvorsitzender des Wettlesens. Die bisherige Vorsitzende Insa Wilke ist auf eigenen Wunsch ausgeschieden, statt ihr kommt die Schweizer Autorin, Kritikerin und Schauspielerin Laura de Weck in die Jury, in der Mara Delius, Mithu Sanyal, Brigitte Schwens-Harrant, Thomas Strässle und Philipp Tingler weiter verbleiben.

„Hoppla, die Leberwurst“: Ferdinand Schmalz hält die Eröffnungsrede

Die Eröffnung erfolgt am 26. Juni um 18.30 Uhr mit der Auslosung der Lesereihenfolge und der nunmehr 25. Klagenfurter Rede zur Literatur, die heuer Ferdinand Schmalz unter dem Titel „Hoppla, die Leberwurst!“ halten wird. Schmalz wurde 2017 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.

Im Garten des ORF-Theaters, der seit dem Vorjahr Ingeborg-Bachmann-Park heißt, sollen heuer noch mehr Zuhörerinnen und Zuhörer im Schatten der Bäume sitzen können. Am Dienstag, 25. Juni – noch vor der Eröffnung des Bewerbs – wird in dem Park eine Skulptur des Künstlers Johann „Brandy“ Brandstätter offiziell aufgestellt: Das Porträt der Preis-Namensgeberin in neugestalteter Form.

3sat überträgt das Wettlesen sowie die Preisverleihung bereits zum 36. Mal. Der gesamte Bewerb wird zudem im Deutschlandradio und als Livestream auf der Homepage des Bachmann-Preises übertragen. (APA, jole)

Der Bachmann-Wettbewerb in den Medien

3sat überträgt am Donnerstag, 27. Juni, und am Freitag, 28. Juni, von 10 bis 15.30 Uhr sowie am Samstag, 29. Juni, von 10 bis 14.30 Uhr. Am Sonntag, 30. Juni, ab 11 Uhr folgen die Schlussdiskussion der Jury und die Preisvergabe.

Unmittelbar nach der Preisverleihung fasst ORF 2 am Sonntag, 30. Juni, um 13 Uhr die 48. Tage der deutschsprachigen Literatur in einer ZiB-Spezial zusammen.

Deutschlandradio streamt den gesamten Wettbewerb von 27. bis 30. Juni auf www.deutschlandradio.de

Alle Live-Streams, Videos und Informationen zu Autoren, Jury und Texten gibt es auf bachmannpreis.ORF.at. Die Transkripte der Jury-Diskussionen sind ebenfalls auf der Homepage zu finden sowie sämtliche Informationen über den 27. Klagenfurter Literaturkurs. Dort kann am 26. Juni ab 18.30 Uhr auch die Eröffnung der 48. Tage der deutschsprachigen Literatur mitverfolgt werden. Der Hashtag lautet auch in diesem Jahr wieder: #tddl.