Bauen in einer Zeit des Umbruchs: Architekturhäuser laden zu Entdeckungsreise ein
Am 7. und 8. Juni laden die Architekturhäuser Österreichs zu baukünstlerischen Entdeckungsreisen ein.
Innsbruck – Das höchst aktuelle Motto der zwölften Auflage der Architekturtage ist „Geht’s noch? Planen und Bauen für eine Gesellschaft im Umbruch“. Was ausdrücken soll, dass es bei Architektur nicht nur um ästhetische Qualitäten, sondern auch um Themen wie Klimawandel, den Umgang mit Ressourcen, um Ökologie genauso wie Ökonomie und soziale Fragestellungen geht. Letztlich ein radikales Umdenken in Sachen Bauen. Um in einem Format, wie es die Architekturtage sind, zu hinterfragen, welche Rolle eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft, Recycling genauso wie Upcycling, im Zusammenhang mit neuem Bauen spielen können.
Ein weites Themenfeld, verhandelt anhand von spannenden Einzelobjekten im dörflichen genauso wie im urbanen Umfeld. In denen es weniger um das Neuerfinden von Gebäuden als um kreative Revitalisierungen, das Um- und Weiterbauen von Bestehendem geht.
Wie das funktionieren kann, wird am Freitag, 7. Juni, zwischen 15 und 19 Uhr im Stadtkern von Hall vorgeführt. Wo zahlreiche der architektonisch ganzheitlich in die Gegenwart geholten historischen Stadthäuser bei stündlichen Kurzführungen durch ihre Verwandler bzw. Besitzer besichtigt werden können. Genauso wie ein in Eigenregie ökologisch umgebautes Bauernhaus oder ein in einem archäologischen Fundstück eingerichteter Kulturraum.
Das samstägige Programm konzentriert sich dagegen ganz auf Innsbruck. Um etwa nachzuschauen, was mit den früheren Gewerbebauten entlang des ehemaligen Sillkanals passiert ist, wie problematische Sockelzonen sinnvoll genutzt oder Dachgeschoße liebens- und angesichts des Klimawandels lebenswert nachverdichtet werden können. Ein weiteres Thema ist die seit Jahren schwelende Problematik der Ortlosigkeit der subkulturellen Szene.
Alle diese Fragen werden zwischen 11 und 19 Uhr im Rahmen von Führungen, Stadtspaziergängen und einer Fahrradtour thematisiert. Die meisten der Touren enden im Wiltener Gewerbegebiet St. Bartlmä, wo zwischen 14 und 18 Uhr eine Werkstatt für junge Menschen ab 8 eingerichtet wird und ab 19 Uhr die 12. Architekturtage mit einem großen Fest ausklingen.
Als Auftaktveranstaltung findet am Donnerstag, 6. Juni, 20 Uhr, im Innsbrucker aut ein Vortrag von Markus Schadenbauer und Clemens Plank über die Wiederbelebung von Kernzonen am Beispiel Hohenems statt. Das ./studio3 zeigt mit „Composing Lackner“ während der Architekturtage bei Lackners Ursulinenschule eine Ausstellungsinstallation, die die Diskussion zur Zukunft des Ursulinenareals anregen soll. Und auch heuer laden zahlreiche ArchitektInnen in ihre Ateliers ein.