Chronik Österreich

Nach tödlichem Balkonsturz Hotelier in Linz vor Gericht

Das Hotelgeländer wies Mängel auf
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Der Betreiber eines Hotels muss sich am Donnerstag, 20. Juni, in Linz wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten, nachdem zwei Gäste im Juli 2023 durch ein Geländer vom Balkon gut sieben Meter abgestürzt sind. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Der 47-jährige Angeklagte soll die laut ÖNORM vorgeschriebenen Sicherungskontrollen nicht eingehalten haben. Trotz offenbar vorhandener Fachkenntnis habe er die Mängel am Geländer nicht beseitigt, wird ihm vorgehalten.

Am Abend des 7. Juli saß in dem Linzer Hotel, das vor allem als Arbeiterunterkunft dient, eine Runde Männer bei mehreren Feierabendbieren zusammen. Zwischen zwei kam es zum Streit, ein dritter habe schlichten wollen und es kam auf dem Balkon eines Hotelzimmers zu einer Rangelei, berichtete ein Gerichtssprecher über den Unfallhergang. Ein 33-jähriger deutscher Staatsangehöriger und ein 47-jähriger Pole stießen dabei an das Geländer, worauf dieses ausriss. Beide stürzten aus dem zweiten Stock auf den Asphalt.

Bei einer Begutachtung von Amtssachverständigen 2011 seien laut Anklageschrift keine Mängel am Geländer festgestellt worden. 2016 übernahm der Angeklagte das Hotel, seitdem will er laut eigenen Angaben zweimal im Jahr Sicherungskontrollen durchgeführt haben. Warum er die wackeligen Halterungen nicht hatte richten lassen, wird im Prozess zu klären sein. Auch Halterungen von Balkongeländern ein Stockwerk über sowie unter jenem ausgerissenen dürften in ähnlich schlechtem Zustand gewesen sein, geht aus Polizeiberichten hervor. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Hotelbetreiber bis zu zwei Jahre Haft.

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