Tour of Austria

Mit einem „Kik“ zum Schluss: Österreichs Rad-Klassiker endet im Kühtai

Geschichte und Gegenwart rund um die Trophäe 2024, die links im Bild ersichtlich ist: die Tirol-KTM-Cycling-Fahrer Sebastian Putz und Marco Schrettl, die einstigen Sieger Wolfgang Steinmayer und Helmut Wechselberger sowie Tour-Direktor Thomas Pupp.
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Kufstein, Schwaz, Innsbruck und Kühtai: Die Tour of Austria, einst Österreich-Rundfahrt, rollt am 7. Juli durch Tirol und endet am frühen Nachmittag im Kühtai. Die letzte Etappe hat es noch einmal in sich, jetzt wurde diese präsentiert.

Innsbruck – Lange hatte die Österreich-Radrundfahrt Tradition. Seit 1949 tourten die Radprofis beim Etappenrennen ununterbrochen alljährlich durchs Land. Bis die Covid19-Pandemie kam, danach finanzielle Probleme und Unsicherheiten. Im Vorjahr kehrte der Rad-Klassiker aber als Tour of Austria zurück, in der UCI-Kategorie 2.1, und macht sich heuer wieder (ab 2. Juli) auf die nationale Runde – einer nicht zusammenhängenden.

Dem Prolog in St. Pölten, folgen insgesamt fünf Etappen: in Bad Tatzmannsdorf (3. Juli), Steyr (4. Juli), Schladming (5. Juli), der Klassiker auf den Großglockner (6. Juli) und zum Finale (7. Juli) quer durch Tirol – mit Parallelen zur WM-Strecke 2018 und im Windschatten der Tour de France (ab 29. Juni), weil man die PKW-Begleitflotte der gleichen Marke zur Verfügung gestellt bekommt.

📽️ Video | 5. Etappe - Das große Finale der Tour of Austria 2024

Der „Kik“ der Ö-Tour kommt demnach am Schluss, ein Akronym für Kufstein (Start 11 Uhr), Innsbruck und Kühtai (Ziel ca. 14.30 Uhr), wie es Romuald Niescher, Sportamtsleiter der Stadt Innsbruck, bei der gestrigen Präsentation nannte. Wobei das „S“ für Schwaz noch dazu gedacht werden muss. Die Anstiege nach Tulfes (bis zu 14,2 Prozent) oder auch der Patscherkofelbahn und dem Finale im Sellraintal (max. 18,4 Prozent) sowieso. „Es wird ein Feiertag für die Kletterer“, verspricht Tour-Direktor Thomas Pupp, auch Manager von Tirol KTM Cycling Team, eines der 20 Team mit je sieben Fahrern, die starten werden. Darunter ebenso das UAE-Team mit Österreichs Hoffnungsträger Felix Großschartner.

Die Unterschiede zwischen den Fahrrädern auf denen Sieger wie Wolfgang Steinmayr (l.) oder Helmut Wechselberger (r.) unterwegs waren und der Rennmaschine auf der etwa Hoffnungsträger Marco Schrettl auch bei der heurigen Tour of Austria in die Pedale treten wird, sind enorm.
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Dabei versteht sich Tour-Re-Initiator Pupp mehr als „Klassensprecher“, wie er sagt, weil es ohne die vielen Beteiligten wie Städte, Bundesländer, Tourismus- und auch Radsportverbände sowie Vereine nicht gehen würde: „Alleine in Tirol braucht es rund 350 Absperrposten.“

Unterscheide von früher zu heute

Als „Klassensprecher“ hatte Pupp bei der Präsentation auch gleich zu einer Art Klassentreffen geladen – die erfolgreichen Tiroler Helmut Wechselberger (Sieger 1982, 1986) und Wolfgang Steinmayr (Sieger 1972, 1973, 1975, 1976) etwa. Aber auch aktuelle Hoffnungsträger wie beispielsweise Marco Schrettl, der auf Tirolerisch noch einen heimischen Schlussakzent versprach: „Wenn die Haxn‘ noch da sind, werde ich es probieren.“

Dabei stach auch die Rennmaschine des jungen Radsportler aus Münster ins Auge. Zwischen 7,2 und 7,5 Kilogramm wiegt sein Arbeitsgerät. „Das sind Welten zu unseren Fahrrädern früher“, sagt Steinmayr und muss schmunzeln. Rund 10 Kilogramm hätte sein „Drahtesel“ damals gewogen und meinte mit einem Augenzwinkern: „So gesehen, ist heute fast schon ein Genuss Radrennen zu fahren.“

35 Fahrzeuge dieser Art werden die Tour of Austria begleiten - mit Elektromotoren bzw. Hybrid-Antrieben. Bei der Tour de France sind die gleichen Modelle im Einsatz.
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