Zum Weltblutspendetag

Wer darf und wie läuft‘s ab? Alles, was man über das Blutspenden wissen muss

© HELMUT FOHRINGER

In Tirol werden pro Jahr rund 18.000 Liter Blut in den Spitälern benötigt. Umgerechnet sind das 40.000 Blutkonserven. Dafür werden natürlich ständig SpenderInnen gebraucht. Manfred Gaber, Leiter des Blutspendedienstes Tirol, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema:

🩸 Warum sollte man Blutspenden?

Blut ist nach wie vor eines der wichtigsten Notfallmedikamente. Es wird in der modernen Medizin immer noch gebraucht. Man kann man es nicht künstlich herstellen. Es findet vor allem Einsatz nach schweren Unfällen, chirurgischen Eingriffen oder auch bei Geburten und vor allem auch bei der Behandlung von Krebspatienten.

🩸 Wie lange lässt sich Blut lagern?

Die roten Blutkörperchen sind bei 6 Grad 42 Tage lang haltbar. Das Plasma, das sind die flüssigen Bestandteile, wird eingefroren und ist bis zu 3 Jahren haltbar. Die Thrombozyten, die Blutplättchen, die auch daraus gewonnen werden, halten gar nur 6 Tage.

🩸 Was passiert mit den Konserven, die nicht benötigt werden?

Es gibt in Österreich einen Konserven-Pool, d.h. die Bundesländer helfen sich untereinander aus. Es kommt immer wieder vor, dass seltene Blutgruppen, wie zum Beispiel 0 negativ oder A negativ gebraucht werden.

🩸 Kann jede/jeder Blutspenden?

Blutspenden dürfen Personen zwischen dem 18. und 70. Geburtstag, die gewisse gesundheitliche und gesetzlich festgelegte Kriterien erfüllen. ErstspenderInnen dürfen zum Zeitpunkt ihrer ersten Spende das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das Körpergewicht muss mindestens 50 kg betragen.

🩸 Was sollte vor der Blutspende beachtet werden?

Einen amtlichen Lichtbildausweis (z.B. Führerschein, Reisepass, Personalausweis) mitnehmen. Ausreichend trinken und spätestens vier Stunden vor der Blutabnahme sollte man gegessen haben. Auf keinen Fall nüchtern kommen.

🩸 Wie läuft eine Blutspende ab?

Fragebogen ausfüllen: Zunächst füllt man einen kurzen Fragebogen aus. Damit kann beurteilt werden, ob man für die Blutspende geeignet ist.

Medizinischer Check: Messung der Körpertemperatur, des Pulses, des Blutdrucks und des Hämoglobinwertes. Dann folgt ein kurzes Gespräch mit einem Arzt, der noch einmal den Fragebogen mit einem durchgeht und schaut, ob man tatsächlich eben spendenfähig ist. Es können auch Fragen zur Spende gestellt werden.

Blutspende: Es werden etwa 465 ml Blut abgenommen, das dauert etwa zehn Minuten.

🩸 Was gilt es nach der Blutspende zu beachten?

Um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen sollte man auch danach ausreichend Wasser trinken.

🩸 Gibt es Nebenwirkungen?

Der Blutverlust gleicht sich normalerweise innerhalb weniger Wochen aus. Gelegentlich reagieren SpenderInnen auf die Blutentnahme mit leichtem Schwindel. Es kann sich ein blauer Fleck an der Einstichstelle bilden. In seltenen Fällen kann sich eine Vene entzünden.

🩸 Was passiert mit meinem Blut nach der Spende?

Das abgenommene Blut wird unmittelbar darauf im Labor Sicherheitstests unterzogen, in verschiedene Komponenten getrennt und in der Produktion zu verschiedenen Blutprodukten verarbeitet, die dann PatientInnen erhalten.

🩸 Was bekommt der/die BlutspenderIn?

Der/die BlutspenderIn bekommt kein Geld, aber einen Laborbefund. Auch wenn die die Tests alle negativ waren. Und selbstverständlich bekommt man eine separate Benachrichtigung von einem Arzt, wenn irgendwas nicht in Ordnung ist.

🩸 Ist Blutspenden sicher?

Fürs Blutspenden wird ausschließlich steriles Einwegmaterial verwendet. So ist Blutspenden für die SpenderInnen völlig ungefährlich.

🩸 Wo kann man Blutspenden?

In allen Tiroler Gemeinden finden mindestens einmal im Jahr Blutspendeaktion statt, in den größeren Gemeinden zweimal pro Jahr, manchmal sogar viermal pro Jahr. Alle Termine findet man unter: www.blut.at.

🎧 „Gut zu wissen“-Podcastfolge über „Blutspenden“

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