1935–2024

„Der Beste aller Donalds“: Trauer um Hollywood-Legende Sutherland

Sutherland starb im Alter von 88 Jahren.
© APA/AFP/JEFF PACHOUD

Zahlreiche Stars drücken ihre Trauer über den Tod des Schauspieles Donald Sutherland aus. Die Hollywood-Legende war am Donnerstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Kanadier hatte in über 150 Filmen und TV-Produktionen mitgespielt, unter anderem als skrupelloser Präsident Snow aus der „Tribute von Panem"-Blockbuster-Reihe.

Miami – Der Tod des Schauspielers Donald Sutherland hat in Hollywood und selbst in den höchsten Kreisen der Politik viel Trauer und Anteilnahme ausgelöst. Sutherland starb im Alter von 88 Jahren in Miami, wie unter anderem die britische Nachrichtenagentur PA am Donnerstagabend unter Berufung auf seinen Agenten meldete.

Donald Sutherlands Sohn, der Schauspieler Kiefer Sutherland, würdigte seinen Vater in sozialen Medien. „Ich persönlich halte ihn für einen der wichtigsten Schauspieler in der Geschichte des Films. Nie von einer Rolle eingeschüchtert, ob gut, böse oder hässlich. Er hat geliebt, was er getan hat, und getan, was er geliebt hat, mehr kann man nicht verlangen. Ein gut gelebtes Leben."

„Der Beste aller Donalds"

US-Präsident Joe Biden würdigte Sutherland als geliebten Ehemann, Vater, Großvater und Schauspieler, der „einer wie keiner" gewesen sei. Er habe die Welt jahrzehntelang inspiriert und unterhalten. „Meine Gedanken sind bei seiner Familie und all denen, die ihn liebten", schrieb er auf der Online-Plattform X.

„Wir haben einen der Großen verloren", schrieb der kanadische Premierminister Justin Trudeau bei X. „Donald Sutherland hat ein Level von Brillanz in seine Kunstform gebracht, bei der nur wenige mithalten konnten. Ein herausragender, legendärer Schauspieler – und ein großartiger Kanadier." Der polnische Regierungschef Donald Tusk kommentierte: „Ruhe in Frieden, Donald Sutherland – der Beste aller Donalds."

Mit Trauer und Anteilnahme haben Stars auf den Tod Sutherlands reagiert. „Mein Herz ist gebrochen", schrieb Oscar-Preisträgerin Jane Fonda (86), die mit Sutherland den Psychothriller „Klute" (1971) gedreht hatte, auf Instagram. „Donald war ein brillanter Schauspieler und ein vielschichtiger Mensch."

Schauspieler Michael Douglas (79) wünschte Sutherland auf Instagram, dass er in Frieden ruhe. „Was für ein liebenswerter, talentierter und interessanter Mann."

Der deutsche Regisseur Roland Emmerich (68) sprach von einem „großen Privileg, mit dem unglaublich begabten und legendären Donald Sutherland" den Film „Moonfall" gedreht zu haben. „Eine wahre Leinwand-Ikone des modernen Kinos hat uns verlassen. Mein tief empfundenes Beileid an seine Familie."

Auch Stars wie Elijah Wood, John Cusack oder Rob Lowe drückten in den sozialen Medien ihre Trauer über den Tod des Schauspielers aus.

Zwei-Meter-Mann mit markanter Stimme

Sutherland, der am 17. Juli 1935 geborene Zwei-Meter-Mann mit der markanten Stimme, prägte über Jahrzehnte hinweg die Filmgeschichte. Noch im hohen Alter erarbeitete er sich ein junges Publikum – mit der Rolle des skrupellosen Präsidenten Snow in der legendären „Tribute von Panem“-Reihe.

Teil von 150 Produktionen

Der fünffache Vater, dem Sohn Kiefer Sutherland vor die Kamera folgte, hatte seit den 1960er-Jahren in über 150 Filmen und TV-Produktionen mitgespielt – und dabei mit enormer Wandlungsfähigkeit jedes Genre bedient. Der Kriegsklassiker „Das dreckige Dutzend“ (1967) war sein erster internationaler Erfolg. Mit Robert Altmans Militärsatire „M.A.S.H“ kam ein weiterer Hit. 1971 brillierte er als Privatdetektiv in Alan Pakulas Psychothriller „Klute“ an der Seite von Jane Fonda.

Mit einer Liebesszene in Nicholas Roegs subtilem Horrorfilm „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973) schrieben Sutherland und Julie Christie als Eheleute, die um ihre tote Tochter trauern, Filmgeschichte. Die Sexszene hielten viele für echt, was Sutherland und andere stets dementierten.

📽️ Video | Trauer um Donald Sutherland

Für Federico Fellini wurde er „Casanova“, er war der faschistische Gutsbesitzer Attila in Bertoluccis „1900“. Robert Redford holte ihn für sein Regiedebüt „Eine ganz normale Familie“ vor die Kamera. Mit Charlize Theron knackte er in dem Krimi „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ Tresore. Er arbeitete mit vielen legendären Regisseuren, darunter Claude Chabrol, Louis Malle, Ken Russell, John Schlesinger und Werner Herzog.

„Ich weiß nichts über Hollywood, ich arbeite nur“

Trotz seiner Erfolge in Hollywoodklassikern sah sich Sutherland selbst nie als Hollywoodstar. „Ich weiß nichts über Hollywood“, sagte Sutherland einst bei einer Ehrung im Rahmen des Filmfestivals San Sebastian: „Ich arbeite nur.“

Die Traumfabrik ließ sich davon jedoch nie beirren. In Hollywood wurde er 2011 mit einem Stern auf dem „Walk of Fame“ verewigt, gleich neben der Plakette seines Sohnes Kiefer. Doch die höchste Ehre – einen Oscar – gab es für Donald Sutherland absurderweise nie. Trotz seiner vielen herausragenden Rollen war Sutherland noch nicht einmal nominiert. Die Film-Akademie würdigte ihn 2018 immerhin außerhalb des Wettbewerbs mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Sutherland selbst zeigte sich davon weitgehend unbeirrt. Als er 2021 im Rückblick auf seine lange Karriere gefragt wurde, ob er einen Lieblingsfilm habe, wehrte der fünffache Vater ab. Er könne ja auch nicht sagen, ob er ein Lieblingskind habe: „Ich habe keinen Favoriten. Ich habe enge Beziehungen mit allen.“ (dpa)

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