Mitarbeiter von Flammen erfasst

Explosion in Bozner Fabrik: Sechs Schwerverletzte, mehrere Personen in Lebensgefahr

In dieser Lagerhalle kam es in der Nacht auf Freitag zu einer Explosion.
© DLife/Andreas Kemenater

In der Nacht auf Freitag kam es in einem Unternehmen in der Bozner Industriezone zu einer Explosion. Sechs Mitarbeiter wurden verletzt, vier davon schweben in Lebensgefahr.

Bozen – Kurz nach Mitternacht wurde in einem Bozner Unternehmen Alarm geschlagen. Aus bislang ungeklärter Ursache kam es in der Lagerhalle zu einer Explosion, wie stol.it berichtete. In der Folge brach ein Brand aus. Mehrere Mitarbeiter wurden von den Flammen erfasst.

Sechs Mitarbeiter wurden dabei zum Teil schwer verletzt.Vier von ihnen wurden wegen ihrer schweren Verbrennungen in Spezialkliniken eingeliefert, teilte das Land Südtirol Freitagmittag in einer Aussendung mit. Wie viele davon sich in Lebensgefahr befanden, war vorerst unklar - in Südtiroler Medienberichten war von einem bis vier Betroffenen die Rede.

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Die Schwerverletzten wurden mit dem Hubschrauber in die Krankenhäuser von Padua, Verona und Murnau in Bayern gebracht. Jene, die nicht in Lebensgefahr schwebten, wurden in Bozen behandelt.

Die Explosion hatte sich etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht in der Lagerhalle der Fabrik, die sich in der Bozner Industriezone befindet, ereignet. Einige Arbeiter wurden von den Flammen erfasst. Laut Aussage eines unverletzten Arbeiters ereignete sich die Explosion in einem der Aluminiumschmelzräume. Das ausgebrochene Feuer wurde von der Feuerwehr gelöscht.

Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Das Gebäude wurde auf Anordnung der Justizbehörden beschlagnahmt. Betroffen war die 1936 gegründete Fabrik "Aluminium". Sie begann 1976 mit der Produktion von Strangpressprofilen und wurde zum europäischen Marktführer in diesem Bereich.

Der Unfall passierte in der Lagerhalle des Unternehmens „Aluminium Bozen“.
© DLife/Andreas Kemenater

„Dies ist ein sehr schwerer Unfall. Wir arbeiten in engem Kontakt mit den Ermittlungsbehörden, dem Zivilschutz und dem Gesundheitsdienst, um den Ursachen dieses Unfalls nachzugehen“, sagte Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP). Er drückte den betroffenen Arbeitern und Familien sein Mitgefühl aus. Es solle unverzüglich geprüft werden, durch welche Maßnahmen ähnliche Unfälle in Zukunft verhindert werden könnten.

Scharfe Kritik äußerten die Gewerkschaften im Metallbereich. "Es ist nicht länger akzeptabel, das Leben bei der Arbeit zu riskieren", hieß es etwa in einer Aussendung der Gewerkschaft CGIL/AGB. Die Fachgewerkschaften riefen für kommenden Montag einen einheitlichen achtstündigen Streik bei Aluminium Bozen und einen vierstündigen Streik in der Metallindustrie auf Landesebene (die letzten vier Stunden für jede Schicht) aus. (APA, TT.com)

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