Innenpolitik

Weniger Anträge auf Familienzusammenführungen

Im Mai wurden laut Innenministerium 493 Einreisen beantragt
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Die Welle an Anträgen auf Familienzusammenführung im Asylwesen hat sich im Mai weiter deutlich abgeflacht. Das geht aus aktuellen Zahlen des Innenministeriums hervor, die der APA vorliegen. Im Mai wurden 493 Einreisen nach Österreich beantragt, im Jänner waren es noch über 2.000. Die nunmehrigen Zahlen liegen auch unter dem Monatsschnitt des Vorjahres (1.169).

Ebenfalls stark zurückgegangen sind die Aufgriffe von Flüchtlingen im Burgenland. Bis Ende Juni kam es zu knapp 290 davon nach einem illegalen Grenzübertritt - im Vergleichszeitraum 2023 waren es 9.600 Aufgriffe und im Jahr 2022 sogar mehr als 16.400.

Zufrieden mit der eigenen Arbeit ist man im Innenministerium: "Der deutliche Rückgang der Aufgriffe ist Ergebnis der konsequenten Bekämpfung der Schleppermafia und bringt auch eine Entlastung für die Bevölkerung. Diesen Weg, die illegale Migration zu bekämpfen, werden wir daher vehement fortsetzen", sagte Minister Gerhard Karner (ÖVP) in einer schriftlichen Stellungnahme zur der APA.

Dennoch ist die Zahl der Asylanträge noch immer relativ hoch, wenngleich rückläufig. In den ersten fünf Monaten 2024 gab es 11.644 Ansuchen. Das ist ein Rückgang von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Mai betrug er sogar 44 Prozent. Die mit Abstand stärkste Gruppe von der Herkunft her sind Syrer mit über 7.300 Anträgen. Platz zwei nehmen Afghanen vor Türken und Somalis ein.

Weiter auffällig hoch ist die Zahl weiblicher Asylwerber, was eben auf die heuer vor allem Anfang des Jahres starke Familienzusammenführung zurückzuführen ist. So kamen 2024 bisher 46 Prozent der Ansuchen um einen Asylstatus von Frauen. Von den Altersgruppen her bleiben die Unter-Sieben-Jährigen die stärkste Gruppe mit einem Anteil von knapp 33 Prozent. Insgesamt stellten in den ersten fünf Monaten rund 5.500 Kinder und Jugendliche im Krippen/Kindergarten- oder Pflichtschul-Alter einen Antrag.

Naturgemäß keinen Grund zur Freude sehen in diesen Zahlen die Freiheitlichen. "Wahr ist nämlich vielmehr, dass etwa unter der schwarz-grünen Regierungszeit über 240.000 illegale Einwanderer aufgenommen wurden", kommentierte Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer in einer Aussendung. Das absolute Rekordjahr "mit 112.000 Asylanträgen" habe unter Karners Amtszeit stattgefunden und "sogar das Katastrophenjahr 2015 ganz klar in den Schatten" gestellt. Der "Schleppermafia" könne nur durch einen sofortigen Asylstopp, einer "Festung Österreich" mit echtem Grenzschutz und Sach- statt Geldleistungen der Riegel vorgeschoben werden, wiederholte er bekannte FPÖ-Forderungen.

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