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Damit sich die Tiroler Wohnen leisten können

Eine Neubau-Verknappung bedeutet, dass Wohnen in Tirol noch teurer wird.
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Das Neubauvolumen in Tirol darf nicht drastisch reduziert werden, wenn Wohnen leistbarer werden soll, warnt die Tiroler Landesinnung Bau. Darüber hinaus braucht es eine Neuausrichtung der Wohnbauförderung.

Der kürzlich veröffentlichte Zwischenbericht, der von der Tiroler Landesregierung in Auftrag gegebenen Wohnbedarfsstudie empfiehlt, das Neubauvolumen auf 3.500 Wohneinheiten pro Jahr bis zum Jahr 2033 zu senken – das würde im Vergleich zu 2021 eine Halbierung bedeuten. „Wenn Wohnen für die Tirolerinnen und Tiroler leistbarer werden soll, ist das der falsche Weg“, warnt Patrick Weber, Landesinnungsmeister Bau in der Wirtschaftskammer Tirol.

4.800 Wohnungen pro Jahr

Eine WK-Studie des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) unter der Leitung von Prof. Wolfgang Amann, einem der führenden Experten im Bereich Wohnbau und Siedlungsentwicklung, zeigt, dass in Tirol künftig zwar weniger, aber immer noch rund 4.800 Wohneinheiten pro Jahr benötigt werden. Im Gegensatz zur Landesstudie wurden in der WK-Studie nicht nur Hauptwohnsitze, sondern auch Mitarbeiterwohnungen, Ferienwohnungen und Ähnliches berücksichtigt. „Es darf nicht zu viel gebaut werden, aber der Bedarf an Wohnraum muss gedeckt werden. Eine Verknappung bedeutet, dass das Wohnen in Tirol noch teurer wird - das betrifft auch die Mietpreise“, verdeutlicht Patrick Weber.

„Wir müssen weg von überzogenen Auflagen und Standards, die den Wohnbau verteuern. Die Tiroler Wohnbauförderung muss möglichst vielen Menschen zur Verfügung stehen. Es braucht Änderungen bei der Subjektförderung.“

Patrick Weber, Landesinnungsmeister

Wohnbauförderung neu denken

Wer Wohneigentum schaffen will, hat es ohnehin schwer genug: Hohe Zinsen, Steuern, Gebühren und Abgaben, immer strengere Auflagen, steigende Grundstücks- und Baukosten sowie die KIM-Verordnung haben viele Tirolerinnen und Tiroler in die Miete gedrängt. Die Wohnbauförderung funktioniert gut, aber die Rahmenbedingungen sind zu starr. Das Problem ist, dass die Tirolerinnen und Tiroler zwar in den Wohnbaufördertopf einzahlen, aber 85 Prozent keinen Zugang zur Wohnbauförderung für den Erwerb einer Eigentumswohnung haben.

Salzburg und Vorarlberg machen es vor

Die Bundesländer Salzburg und Vorarlberg haben das Problem erkannt und die Wohnbauförderung umgestellt. In beiden Bundesländern sind die förderbaren Kaufpreise für Wohnungen mit Beträgen gedeckelt, die sich an den realen Marktpreisen orientieren. „Die Tiroler Wohnbauförderung soll möglichst vielen Menschen zur Verfügung stehen. Gerade die Mittelschicht hat aber oft keinen Zugang. Deshalb braucht es Änderungen bei der Subjektförderung“, fordert Patrick Weber. Wenn der Wohnbau weiter einbricht, trifft das nicht nur die Wirtschaft, sondern die gesamte Gesellschaft und vor allem all jene, die Wohnraum schaffen oder kaufen wollen.

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