Formel 1 am Red-Bull-Ring

Der Grand Prix zum Anfassen: Spielberg büßt nichts von seinem Charme ein

Beim traditionellen Pit-Lane-Walk war bereits am Donnerstagnachmittag sehr viel los am Red-Bull-Ring.
© gepa

Am Wochenende wird Spielberg wieder zum Mekka der Formel 1. Trotz Rekordkalender hat der PS-Auftritt nichts von seinem Charme eingebüßt. Hausherr Max Verstappen hält Red Bull die Treue.

Spielberg – Idyllisch schlängelt sich der graue Asphalt durch die grünen Wiesen. Bäume und Berge runden das einzigartige Bild ab, wenn man in der Obersteiermark an den Red-Bull-Ring kommt. Nicht nur optisch hat sich der rot-weiß-rote Formel-1-Auftritt ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Sportlich dürfen sich die Zuschauer auf einen umkämpften Sieg freuen. Apropos Freude – bei Red Bull durfte man erleichtert aufatmen, Aushängeschild Max Verstappen (NED) bestätigte gestern seinen Verbleib.

Vorreiter: Dass das Motorsportprogramm alleine keine Tribünen füllt, hat der 2022 verstorbene Visionär Didi Mateschitz von Anfang an gewusst. Konzerte, Flugshows, Superstars aus Hollywood und der Sportwelt – Spielberg hat seit seinem Comeback in der Königsklasse 2014 ein eigenes Tempo vorgelegt. Das mittlerweile auf vielen Rennstrecken dieser Welt übernommen wurde. Die Mischung aus Show und Sport stimmte in der grünen Steiermark schon immer.

Und das wussten die Anhänger stets zu schätzen. 12 Formel-1-Rennen in Spielberg lockten 1,7 Millionen Besucher – der Rekord datiert aus dem Vorjahr mit 304.000 Anhängern. Einen zusätzlichen Fan-Schub nach der Corona-Pandemie gab es aufgrund des zusätzlichen Sprints (Samstag), der auch an diesem Wochenende wieder abgehalten wird.

Hautnah: Von Beginn an versuchte man beim Österreich-Grand-Prix die Stars wie Rekordweltmeister Lewis Hamilton und Co. greifbarer zu machen. Im Formel-1-Dorf hinter der ersten Kurve am Hügel bietet die große Bühne seit Jahren die Chance, auf Autogrammjagd zu gehen. Der zusätzliche „Styria Green Carpet“ bietet am Sonntagvormittag die Möglichkeit, Selfies mit den Ausnahmekönnern zu machen. Das alles lässt einen Hauch von „hautnah“ aufkommen.

Fernando Alonso stand sogar für Selfies zur Verfügung.
© GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Und das – im Vergleich mit anderen Strecken – für weniger Geld: Denn wie die Internetseite „Autosport“ publizierte, zahlt man im Durchschnitt am rot-weiß-roten Ring 340 Euro für ein Wochenend-Ticket. Am günstigsten ist man in China (185 €) dran, am teuersten in Las Vegas mit 1500 €.

Duell: Was den sportlichen Ausblick auf das Heimspiel betrifft, darf man sich auf einen Kampf an der Spitze freuen. Die Zeit der Alleinherrschaft von Ausnahmepilot Max Verstappen (Red Bull) scheint vorbei, wie er gestern selbst bestätigte: „Ich muss hart kämpfen.“

Das liegt vor allem an Lando Norris („Unser Auto ist in einem sehr guten Zustand“) und McLaren. Der britische Jungstar und „Spezl“ von Verstappen sitzt längst im Windschatten des Niederländers. Vor allem, weil der McLaren auf unterschiedlichen Streckenprofilen funktioniert. Mit dem Sprint und dem Hauptrennen werden an diesem Wochenende gleich zweimal Punkte vergeben.

Verbleib: Was dem Unruheherd Red Bull gestern aber wohl besonders gut getan haben wird, ist eine Aussage seines niederländischen Superstars. Der antwortete auf Nachfrage, ob er 2025 denselben Rennoverall tragen würde, so: „Ja. Aber ich denke, ich habe das schon vorher gesagt. Ich habe einen langen Vertrag mit dem Team, ich bin sehr glücklich hier.“ Ob das offensive Werben von Mercedes damit ein Ende finden wird, darf aber bezweifelt werden. Motorsportchef Toto Wolff wird längst auf das Jahr 2026 blicken. Wenn das neue Motoren-Reglement kommt und der Antrieb mit dem Stern darauf wieder der stärkste sein könnte.

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