Zweisatz-Niederlage

Vor den Augen von Klopp und Bohlen: Ofner verlor erstes ATP-Finale

Sebastian Ofner wehrte sich vergebens gegen die Niederlage.
© IMAGO/Philippe Ruiz

Nach etwas mehr als einer Stunde ging Ofner gegen Alejandro Tabilo als Verlierer vom Platz. Zufrieden konnte der Steirer dennoch sein.

Palma de Mallorca – Sebastian Ofner hat am Samstag beim ATP-250-Rasenturnier auf Mallorca seinen ersten Tour-Titel verpasst. Der 28-jährige Steirer, der erstmals überhaupt in einem Endspiel auf der Tour gestanden ist, musste sich dem als Nummer vier gesetzten Chilenen Alejandro Tabilo vor 3500 Zuschauern nach 74 Minuten mit 3:6,4:6 geschlagen geben. Für Ofner war es der erste Auftritt bei diesem Turnier, er spielt nun schon am Montag in Wimbledon in der ersten Runde gegen Aleksandar Vukic weiter.

Dominic Thiem bleibt damit der bisher einzige österreichische Tennisspieler, der ein ATP-Turnier auf Rasen (Stuttgart 2016) für sich entschieden hat. Ofner bedankte sich bei der Siegerehrung beim österreichischen Veranstalter Edwin Weindorfer: „Es ist ein tolles Event. Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt.“ Und er gratulierte seinem Bezwinger: „Du hast eine perfekte Woche gehabt und ein tolles Jahr und bist jetzt in den Top 20.“ Einen Dank richtete er auch an Touringcoach Stefan Rettl sowie Physio Stefan Trost.

Ofner kann sich mit einem Scheck in Höhe von 82.715 Euro brutto sowie 165 Zählern für die ATP-Rangliste trösten. Letztere bringen ihn im Ranking wieder in die Top 50 zurück. Eine nette Geste ließ sich Turnierdirektor Toni Nadal, der Onkel von Rafael, einfallen, denn er meinte auf Deutsch zu Ofner: „Du hast ein super Turnier gemacht und ich hoffe, dass du nächste Woche ein tolles Turnier in Wimbledon machen kannst.“

Tabilo feierte zweiten ATP-Turniersieg

Vor den Augen von u.a. Jürgen Klopp, der im deutschen Fußball-T-Shirt auf Einladung von Turnierveranstalter Edwin Weindorfer dabei war, und Dieter Bohlen entwickelte sich das Match bei starkem Wind zunächst nicht nach dem Geschmack Ofners. Der Steirer musste gegen den in Kanada geborenen Chilenen das erste Break des Matches zum 2:4 hinnehmen und musste Satz eins nach 30 Minuten mit 3:6 abgeben. Grund dafür war vor allem der erste Aufschlag Ofners mit einer Quote von nur 43 Prozent. Da nutzte es nichts, dass er alle neun Punkte machte, wenn das erste Service kam. Tabilo hingegen musste nicht einmal einen Breakball abwehren.

Im zweiten Durchgang hatte Ofner die Wende auf dem Schläger, als er bei 3:2 und 15:40 Aufschlag Tabilo seine ersten beiden Breakbälle hatte, diese aber etwas leichtfertig vergab. Beim Stand von 4:4 agierte Ofner beim eigenen Aufschlag zu fehlerhaft und gab seinerseits das Service zum 4:5 ab. Tabilo nutzte danach seinen dritten Matchball zum zweiten Turniersieg in seinem insgesamt vierten Endspiel.

Ofner hatte Tabilo im bisher einigen Aufeinandertreffen im Jänner 2023 in der zweiten Qualifikationsrunde der Australian Open in zwei Sätzen geschlagen. Doch der diesjährige Auckland-Sieger und Rom-Halbfinalist war in diesem Aufeinandertreffen einfach der konstantere Spieler. „Es war bisher ein unglaubliches, verrücktes Jahr. Ich hoffe, ich kann weiter auf diesem Level spielen“, meinte Sieger Tabilo. Dass er nun erstmals in den Top 20 ist, könne er gar nicht glauben. (APA, TT.com)

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