Gleiches Trio wie bei Erzberg Rodeo

Bis auf das Kiesbett vorgedrungen: Aktivisten am Red Bull Ring geschnappt

Spielberg – Rund 302.000 Fans sind am Wochenende laut Angaben des Red Bull Rings zu den Trainings und Rennen nach Spielberg gekommen. Damit ist die Formel 1 im Jahr 2024 das größte Sportevent Österreichs. Allerdings haben es Sonntagfrüh drei Klimaaktivisten vermutlich über einen Zaun auf die Strecke geschafft. Sie wurden von der Polizei mitgenommen.

Zwei Frauen und ein Mann waren gerade noch rechtzeitig vor dem Start des Formel 3-Rennens von Sicherheitskräften geschnappt worden. Die drei waren laut Polizei im westlichen, bewaldeten Bereich der Strecke auf das Gelände gekommen und bis zu den Kiesbetten in Kurve 3 vorgedrungen. Blockieren konnten sie nichts, aber die Klimaaktivisten wollten sich offenbar anketten.

Aktivisten wollten sich anketten

Heimo Kohlbacher von der Landespolizeidirektion Steiermark bestätigte auf APA-Nachfrage, dass die drei Personen von den Sicherheitskräften am Ring an die Polizei übergeben wurden. Sie wurden am Vormittag auf der Polizeiinspektion Knittelfeld befragt, um zu klären, was sie am Gelände wollten. Es stellte sich heraus, dass es sich offenbar um die gleichen Klimaaktivisten handelt, die auch schon beim Erzberg Rodeo aufgefallen waren. Sie hatten es ganz ohne Tickets auf das Gelände des Red Bull Rings geschafft und werden daher wegen Erschleichung einer Leistung nach dem Strafrecht angezeigt.

Klebstoff hatte das Trio keinen dabei, aber es gibt Hinweise, dass sie sich irgendwo anketten wollten, sagte Kohlbacher zur APA. Der Start der Formel 3 wurde um etwa zehn Minuten nach hinten verschoben, danach lief alles reibungslos. Seitens der Aktivisten hieß es: "Wir sind nicht hier, um Spaß zu verderben. Doch die Realität der Formel 1 – Privatjets, Fototermine mit Ölscheichs und ein erfundenes Image als harmloses Freizeitevent – ist nicht zeitgemäß. Die Formel 1 inszeniert sich als klimaneutral, stützt sich dabei aber auf massives Greenwashing. Die Realität zeigt eine Sportart, die tief in fossilen Brennstoffen verwurzelt ist und enorm viele Ressourcen verschwendet", sagte Maya Brausch von der Letzten Generation. (APA)

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