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Tote bei russischen Angriffen im Süden und Osten der Ukraine

Feuerwehr nach Angriff im Einsatz
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Bei russischen Angriffen im Süden und Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindesten elf Menschen getötet worden. Bei einem Luftangriff auf Großstadt Charkiw starb mindestens ein Mensch, weitere acht Personen, darunter ein acht Monate altes Baby, wurden schwer verletzt. Bei einem Angriff auf Wilnjansk in der Region Saporischschja kamen mindestens sieben Menschen ums Leben. Weitere elf Personen, unter ihnen drei Kinder, seien schwer verletzt worden, hieß es.

Bei Angriffen auf Dörfer nahe der östlichen Front in der Region Donezk wurden nach offiziellen Angaben vier Menschen getötet. Im Dorf Saritschne in der Region Donezk "haben die Russen drei Menschen getötet", schrieb Gouverneur Wadym Filaschkin in Onlinediensten. Der ukrainische Generalstaatsanwalt teilte später mit, ein weiterer Mensch habe im an der Front gelegenen Dorf New York "tödliche Verletzungen erlitten". New York wird seit Mitte Juni im Zuge der russischen Bemühungen, die Stadt Torezk zu erobern, immer wieder angegriffen.

Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor die Einnahme eines weiteren Dorfes in der Ostukraine gemeldet. Die russischen Streitkräfte hätten die Siedlung Schumi in der Region Donezk eingenommen und somit ihre "taktische Position" verbessert, erklärte das Ministerium. Schumi liegt weniger als zehn Kilometer östlich der Stadt Torezk, auf die russische Kräfte seit Wochen vorrücken. Torezk liegt seinerseits nordwestlich der Stadt Gorliwka, die sich seit 2014 unter der Kontrolle von Separatisten befindet.

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Kursk wurden nach russischen Angaben fünf Menschen getötet, darunter zwei Kinder. Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS berief sich bei ihrer Meldung auf den Gouverneur der Region, Alexej Smirnow. "Zwei weitere Mitglieder der Familie befinden sich in einem ernsten Zustand", fügte er hinzu. Demnach war die Drohne in ein Haus in dem kleinen Dorf Gorodischtsche eingeschlagen.

Auch bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf Belgorod ist am Sonntag angeblich eine Vierjährige in einem Auto getötet worden. Das teilt der Gouverneur der südrussischen Region, Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram mit. Das Mädchen sei in einem Auto unterwegs gewesen, das nahe der ukrainischen Grenze angegriffen worden sei. Die Eltern und Großeltern des Kindes seien teils schwer verletzt worden. Nach Angaben Gladkows nahmen ukrainische Streitkräfte zudem wurden drei Orte in der Region unter Beschuss.

Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine greifen beide Seiten einander regelmäßig mit Drohnen an, die mitunter Reichweiten von mehreren hundert Kilometern haben. Die ukrainische Armee weitete ihre Drohnenangriffe auf russische Gebiete dieses Jahr aus. Sie nimmt dabei sowohl russische Energieanlagen als auch grenznahe Städte und Dörfer ins Visier.

Russland hatte im Mai eine große Landoffensive in der nordostukrainischen Region Charkiw begonnen. Nach Angaben von Staatschef Wladimir Putin soll damit eine "Pufferzone" geschaffen werden, um die russische Grenzregion Belgorod vor ukrainischen Angriffen zu schützen. Die Region Kursk liegt weiter nördlich, gegenüber der von Kiew kontrollierten ukrainischen Region Sumy.

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