📷 Bilder der Verwüstung

In der stärksten Kategorie: Hurrikan „Beryl" fegt mit 260 km/h durch Karibik

Boote und Häuser wurden beschädigt.
© APA/AFP

Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometern pro Stunde. Grenada und Petite Martinique getroffen. Nun nimmt der Hurrikan Kurs auf Jamaika.

St. George's, Kingston – Der gefährlich starke Hurrikan „Beryl" hat im Südosten der Karibik schwere Schäden verursacht. Er traf am Montagvormittag (Ortszeit) als Hurrikan der Kategorie 4 über der zu Grenada gehörenden Insel Carriacou auf Land, wie das US-Hurrikanzentrum NHC mitteilte. Inzwischen wurde er auf die Kategorie 5 – die höchste für Hurrikans – hochgestuft. Nun dürfte sich „Beryl" Jamaika nähern.

Am späten Abend wurden demnach anhaltende Windgeschwindigkeiten bis zu 260 Kilometer pro Stunde gemessen. Experten hatten bereits zuvor betont, dass nie zuvor im Atlantik ein so starker Hurrikan so früh in einem Jahr gemessen worden war. „Beryl" ist der erste Hurrikan der diesjährigen Saison.

Hurrikan „Beryl“ hinterlässt eine Spur der Verwüstung in der Karibik

Damaged fishing boats rest on the shore after the passing of Hurricane Beryl at the Bridgetown Fish Market, Bridgetown, Barbados on July 1, 2024. (Photo by Randy Brooks / AFP)

Von den Inseln Carriacou und Petite Martinique werde Verwüstung mit umfangreichen Schäden an Häusern gemeldet, sagte Grenadas Ministerpräsident Dickon Mitchell in einem Briefing. Der Strom sei überall ausgefallen, die Kommunikation zwischen den Inseln schwierig. Ein Todesfall sei bisher registriert worden – das Unglück habe sich ereignet, als ein Baum auf ein Haus gestürzt sei.

Neben Grenada erlebten mehrere weitere Inselstaaten der Kleinen Antillen starken Wind und heftigen Regen, darunter St. Vincent und die Grenadinen sowie St. Lucia. Auf Bildern in sozialen Medien sind Überschwemmungen, sich im Wind biegende Palmen und Trümmer beschädigter Häuser zu sehen. Das NHC warnte vor extrem gefährlichen Bedingungen mit lebensgefährlichem Wind und Sturmfluten.

📽️ Video | Hurrikan trifft auf Karibikinseln: „Beryl“ gewinnt an Stärke

Zahlreiche Flüge fielen aus

Wegen des Hurrikans fielen zahlreiche Flüge in der Region aus. Indiens Cricket-Männer-Nationalmannschaft steckt nach ihrem Gewinn der T20-Weltmeistermeisterschaft am Samstag auf Barbados fest, wie indische Medien berichteten.

„Beryl" bewegt sich in westnordwestlicher Richtung. Es werde erwartet, dass er auf seinem Weg über die östliche Karibik ein extrem gefährlicher, schwerer Hurrikan bleibe, heißt es vom NHC. Am Mittwoch dürfte sich das Auge des Sturms den Prognosen zufolge Jamaika nähern. In einer Pressekonferenz rief der jamaikanische Ministerpräsident Andrew Holness die Bevölkerung dazu auf, die Zeit zu nutzen, sich zu rüsten und unter anderem mit Wasser und Dosennahrung zu versorgen. Am Donnerstag wird „Beryl" auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán erwartet, wo Urlaubsorte wie Cancún liegen.

In weniger als 24 Stunden hatte er sich am Sonntag von einem Tropensturm zu einem Hurrikan der Kategorie 4 entwickelt. „Beryl ist nun der früheste atlantische Hurrikan der Kategorie 4 in den Aufzeichnungen und übertrifft damit Hurrikan Dennis, der am 8. Juli 2005 zu einem Hurrikan der Kategorie 4 wurde", schrieb der Experte Michael Lowry auf der Plattform X.

Überdurchschnittlich starke Hurrikan-Saison erwartet

„Beryl" ist der zweite benannte Sturm der Hurrikan-Saison im Atlantik, die von Juni bis November dauert. Die aktivste Zeit ist meist um September herum. Von einem Hurrikan spricht man ab Windgeschwindigkeiten von 119 Stundenkilometern, die höchste Kategorie – 5 – beginnt bei 251 Kilometern pro Stunde.

Die US-Wetterbehörde NOAA rechnet in diesem Jahr mit einer überdurchschnittlich starken Hurrikan-Saison im Atlantik. Ursachen seien unter anderem überdurchschnittlich hohe Wassertemperaturen im Atlantik und das erwartete Einsetzen von „La Niña", einer Phase kühleren Wassers im Pazifik. Der Klimawandel ist auch ein Faktor. Die Erderwärmung erhöht die Wahrscheinlichkeit starker Stürme. (APA/dpa)

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