Sorge wegen Anlandungen

Angst vor Grundwasser: Monitoring für Lech bei Rieden ist in Vorbereitung

Der Lech bei Rieden geht dieser Tage hoch. Trotzdem ragen immer noch Sandbänke aus dem Wasser.
© Helmut Mittermayr

Die Schotterbänke wachsen und mit ihnen steigt der Grundwasserspiegel – bis in die Keller. So die Wahrnehmung Betroffener im Ehenbichler Ortsteil Rieden. Geflutete Keller seien immer öfter Thema. Das Wiederausbaggern des Lechs wird gefordert.

Ehenbichl/Rieden – Wenn man oberhalb der Schotterfalle am Lech wohnt, gehört Wasser im Keller für manche inzwischen zum Alltag. Jedenfalls glauben viele Bewohner des Ehenbichler Ortsteiles Rieden, dass die jahrelange Nichtentnahme von Schotter aus dem Lech zu dieser Problemlage geführt habe.

Immer wieder wurde in den Vergangenheit am Lech, der zwischen Weißenbach und Pflach nur noch ein geringes Gefälle aufweist und dort vermehrt Material ablagert, Schotter entnommen, um die Flussanrainer vor zu hohem Grundwasser wie akutem Hochwasser zu schützen. Mit der 2016 eröffneten Lechgeschiebesperre samt Bypass zwischen Höfen und Ehenbichl sollte der Reuttener Talkessel langfristig vor einem auflandenden Fluss geschützt werden – und scheint es auch sein. Nur, oberhalb der Geschiebesperre macht sich nun bei starken Niederschlägen immer öfter Ungemach breit, berichtet Markus Saletz, ein Bewohner Riedens. Derzeit regne es oft, der Lech gehe hoch und „wir haben immer wieder Wasser im Keller. Nach meiner Wahrnehmung ist der Lech auf der Höhe Rieden längst voll mit Schotter. Hier muss etwas getan werden.“

Bürgermeister Wolfgang Winkler bestätigt, dass über all die Jahre seit Eröffnung der Schotterfalle zwischen Riedener Brücke und Falle nichts mehr aus dem Lech gebaggert wurde. Hinzu kämen noch Hangwässer aus dem Klausenwald, der wie ein Schwamm Wasser aufnehme und abgebe, wenn man nicht mehr damit rechne. Die ab 1970 errichtete Siedlung in der Au, die 40 Gebäude zählt, sei gefährdet, der höherliegende alte Ortsteil nicht.

Rund 40 Gebäude in der Siedlung in der Au in Rieden liegen tiefer als der Rest des Ortes.
© Helmut Mittermayr

Aber nicht nur Keller füllen sich, auch im Bereich der Lechauen gebe es wieder öfter hohes Wasser. Radwegedurchlässe seien geflutet, kleine Brücken würden unter Wasser stehen. Die Gemeinde Ehenbichl ist schon mehrfach bei den Behörden vorstellig geworden und hat um Hilfestellung gebeten. „Denn große Niederschlagsmengen gab es in den letzten Jahren nicht. Aber schon fünfjährige Ereignisse reichen um Probleme zu machen – und uns natürlich stutzig“, erklärt der Bürgermeister.

Der Bundeswasserbauverwaltung ist die Hochwasser- und Geschiebeproblematik im Zentralraum des Reuttener Talkessels „ein besonderes Anliegen“, heißt es seitens des Landes. In den letzten Jahren wurden mehrere schutzwasserbauliche Maßnahmen wie die „Errichtung der Geschiebefalle sowie die Aufweitung Ehenbichl“ realisiert. Seitens der EWR AG wurde die Wehranlage in Höfen umgebaut und erweitert, wodurch auch eine Verbesserung der Hochwassersicherheit erreicht werde.

Viel fehlt nicht und kleine (Rad)brücken in der Au stehen unter Wasser.
© Helmut Mittermayr

Zusätzlich ist von Seiten des Wasserbauamtes vorgesehen den Lech auf großen Strecken neu zu vermessen und erforderlichenfalls eine hydraulische Überprüfung an neuralgischen Punkten durchzuführen. Damit sollen u.a. die Ergebnisse des Gefahrenzonenplans auf Aktualität geprüft und etwaige zwischenzeitlich aufgetretene Unterschiede in der Gerinnegeometrie aufgezeigt werden. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen könnten bei Bedarf Maßnahmen zur Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung des Hochwasserschutzes gesetzt werden.

Auch im Ortsteil Rieden in der Gemeinde Ehenbichl wird dieses Monitoring durchgeführt werden. Damit könnten auch subjektive Einschätzungen über in die Höhe wachsende Schotterbänke bestätigt oder auch widerlegt werden. Man sei aber bereit auch im Natura-2000-Gebiet ins Geschieberegime einzugreifen, wenn es notwendig werde.

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