Premiere am Samstag

Theaterstück mit Dorfgeschichte: „Geierwally“-Bühne würdigt Lechtaler Holzkünstler

„Die Lechtaler Herrgottschnitzer“ hat am Samstag Premiere. Gespielt wird bis 24. August.
© Weissenbach

Theaterstück „Die Lechtaler Herrgottschnitzer“ von Christof Kammerlander und Bernhard Wolf bringt Dorfgeschichte und „Geister der Vergangenheit“ auf die Freilichtbühne in Elbigenalp. Uraufführung ist am Samstag, Markus Oberrauch führt Regie.

Elbigenalp – Die „Geierwally Freilichtbühne“ in Elbigenalp im Lechtal bringt in ihrer neuen Produktion die Dorfgeschichte auf die Bühne. Im Stück „Die Lechtaler Herrgottschnitzer“ von Christof Kammerlander und Bernhard Wolf, bei dem Markus Oberrauch Regie führt, wird die sukzessive Entwicklung des kleinen Ortes zum bekannten „Schnitzerdorf“ nachgezeichnet, in dem seit Jahrzehnten eine renommierte Schnitzschule beheimatet ist. Premiere der Uraufführung ist am Samstag, 6. Juli.

Protagonist des Theaterstücks ist Benno Bischof, der ab Mitte der 1920er-Jahre die Schnitzschule in Elbigenalp leitete. Er war ein akademischer Bildhauer, der seine Ausbildung an der Kunstakademie in München absolvierte und über Umwege ins nahe Holzgau im Lechtal kam. Als ihm im Jahr 1926 die Stelle als Direktor der damals gerade gegründeten Schnitzschule in Elbigenalp angeboten wurde, nahm die Schnitz-Historie ihren Lauf.

Christof Kammerlander (links) und Bernhard Wolf haben das Stück geschrieben. Wolf, bekannt als Mitglied des Feinripp-Ensembles, ist künstlerischer Leiter der Geierwally-Bühne.
© Geierwally Freiluftbühne

In dieser Schnitzschule war Bischof bis 1949 – das Jahr, in dem auch das Stück spielt – tätig. Im Fokus des Werks steht – damit verwoben – zudem der Sohn von Bischof, Pepi, der im Zweiten Weltkrieg fiel und der eigentlich seine Nachfolge hätte antreten sollen. Dieser für den Vater traumatische Verlust bringt auch Pepis besten Freund, Albert, aufs Tapet, der vom Krieg heimkehrte und fortan seine Kriegserlebnisse mit Schnitzen zu verarbeiten versucht. Auch die Geliebte seines gefallenen Freundes spielt eine Rolle in „Die Lechtaler Herrgottschnitzer“.

Weitere familiäre Verflechtungen und ein kunstvolles Kruzifix von Pepi führen schließlich dazu, dass den Schnitzstar Bischof „die Geister der Vergangenheit“ einholen, wie es das Team der Geierwally-Bühne formuliert.

Spektakulärer Schauplatz mit 550 Sitzplätzen

Stars des Stücks dürften aber nicht nur die Darstellerinnen und Darsteller sein, sondern auch die Location selbst. Die Bühne ist nämlich in die Felsen der Elbigenalper Bernhardstalschlucht gebaut, die mit einer flexiblen Überdachung und über 550 Sitzplätzen aufwartet.

Schauspieler Markus Oberrauch führt heuer in Elbigenalp Regie.
© jarosch

Die „Geierwally Freilichtbühne“ hatte 2023 bereits ihr 30-Jahr-Jubiläum begangen. Das erste gespielt Stück war – namensgebend – „Die Geierwally“, die Felix Mitterer für die Bühne schrieb. Das Stück widmete sich der wirklich existierenden und in Elbigenalp geborenen Anna Stainer-Knittel, die mit 17 Jahren einen jungen Adler aushob und so zu ihrem Spitznamen kam. Im Vorjahr war eine Neuinszenierung des Stoffes von Elke Hartmann in Elbigenalp zu sehen. (APA, jole)

„Die Lechtaler Herrgottschnitzer“

Premiere am 6. Juli, 20.30 Uhr.

Vorstellungen jeweils Freitag und Samstag bis 24. August.

Weitere Informationen: www.geierwally.at

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