Ohne Führerschein am Steuer

Binnen 14 Tagen: „4 Blocks“-Star Kida Khodr Ramadan soll Haftstrafe antreten

Kida Khodr Ramadan bei der ARD Blue Hour im Rahmen der 74. Berlinale im Februar 2024.
© IMAGO

Berlin – Der deutsche Schauspieler und Regisseur Kida Khodr Ramadan soll ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat den 47-Jährigen „zum sofortigen Strafantritt binnen 14 Tagen“ geladen. Grund der Verurteilung ist das Fahren ohne Führerschein in über 30 Fällen.

Ramadan war im Februar 2022 als Verkehrssünder in Berlin zu zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden – zunächst auf Bewährung. Diese wurde jedoch widerrufen. Ramadan bekam Anfang des Jahres eine Ladung zum Haftantritt. Dagegen wehrte er sich mit verschiedenen Mitteln.

Wann der Schauspieler konkret ins Gefängnis muss, konnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. Hintergrund der Verurteilung waren 33 Fälle, in denen Ramadan ohne Fahrerlaubnis am Steuer erwischt worden war. Dass Ramadan nun dafür – anders als ursprünglich vorgesehen – in Haft soll, ist aus Sicht seines Verteidigers Kai Walden auf einen Formfehler zurückzuführen.

Keine Aufschiebung durch Gnadengesuch

Der Hamburger Anwalt hat bereits auf diversen Wegen versucht, die Haftstrafe seines Mandanten zu verhindern. Zuletzt hat er ein Gnadengesuch gestellt, über welches die Berliner Senatsjustizverwaltung noch entscheiden muss. Dieser Vorgang habe jedoch keine aufschiebende Wirkung, heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft.

Kida Khodr Ramadan mit „4 Blocks“-Co-Star Veysel Gelin im Februar.
© IMAGO/Eventpress Kochan

Ramadans Verteidiger Walden hat nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur deshalb einen Antrag auf vorläufige Einstellung der Vollstreckung gestellt. Darüber muss nun die Senatsjustizverwaltung entscheiden.

Sollten aus rechtlicher Sicht jedoch sämtliche Mittel erschöpft und ohne Erfolg sein, werde sich Ramadan der Ladung „selbstverständlich“ stellen und keinerlei Sonderrechte für sich in Anspruch nehmen, so sein Verteidiger.

Weitere Verurteilung noch nicht rechtskräftig

Trotz der Verurteilung, die Ramadan nun ins Gefängnis bringen soll, fiel der Schauspieler im Jahr 2023 abermals durch Verkehrsdelikte auf. Ende Februar verurteilte ihn das Amtsgericht Tiergarten erneut wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis – diesmal direkt zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten.

Durch seine einschlägige Vorstrafe sah das Amtsgericht keinen Grund für eine Bewährungsstrafe. Zudem wurde eine einjährige Führerscheinsperre verhängt. Sowohl Ramadan als auch die Staatsanwaltschaft haben gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Durchbruch mit „4 Blocks“

Ramadan spielte in der mehrfach ausgezeichneten Serie „4 Blocks“ das Oberhaupt eines kriminellen arabischstämmigen Clans in Berlin-Neukölln, das sich mit Mord, Gewalt, Drogendeals, anderen Gangstern und den Fahndern vom LKA auseinandersetzen muss. Anfang des Jahres feierte die siebenteilige ARD-Serie „Testo“, bei der Ramadan als Hauptdarsteller, Co-Autor und Co-Regisseur fungierte, Premiere. (APA, dpa, TT.com)

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