Ausritt von Verstappen

Briten-Trio in Silverstone voran: Russell auf Pole vor Hamilton

Zeigte eine starke Vorstellung im Qualifying: George Russell.
© IMAGO/Xavi Bonilla

George Russell hat sich die Pole Position für sein Formel-1-Heimrennen gesichert. Sechs Tage nach seinem Grand-Prix-Sieg in Spielberg bestätigte der 26 Jahre alte Brite am Samstag die aufsteigende Tendenz des deutschen Werksteams Mercedes.

Silverstone – Mercedes hat sich die erste Startreihe für den Großen Preis von Großbritannien gesichert. In einem spannenden Formel-1-Qualifying auf auftrocknender Strecke in Silverstone holte sich Spielberg-Sieger George Russell am Samstag die Pole Position vor Lewis Hamilton und McLaren-Pilot Lando Norris. Red-Bull-Weltmeister Max Verstappen musste sich nach einem Ausritt und beschädigtem Unterboden mit dem vierten Startplatz für den Grand Prix am Sonntag (16.00 Uhr/live TT.com-Ticker, ORF 1, Sky) begnügen.

Damit stehen drei Engländer beim Heimrennen auf der traditionsreichen Highspeedstrecke ganz vorne. "Was für ein Gefühl, vor diesen Fans. Das gibt so viel Energie, unglaublich", sagte Russell nach seiner insgesamt dritten Pole. "Wir reiten im Moment auf einer Welle und fahren hier morgen, um zu gewinnen. Die Duelle mit Lewis und Lando werden toll werden." Auch Hamilton (+0,171 Sek.), Silverstone-Rekordsieger mit acht Erfolgen, war erfreut. Das Auto habe sich fantastisch angefühlt, betonte der Rekordweltmeister. "Wir haben nicht erwartet, dass wir mit beiden Autos in der ersten Reihe stehen." Erstmals seit Brasilien 2022 starten beide Mercedes-Piloten von ganz vorne.

Norris (+0,211) ärgerte sich über einen Fehler in seiner letzten schnellen Runde, konnte mit dem Ergebnis aber trotzdem leben. "Dritter Startplatz, drei Engländer in den Top drei, sehr cool. Ich werde die beiden vorne bekämpfen und versuchen, eine gute Show zu liefern", sagte der 24-Jährige.

Einen weiteren Rückschlag musste hingegen Sergio Perez einstecken. Der Red-Bull-Pilot flog auf nassem Untergrund ab, blieb im Kiesbett hängen und startet damit nur von Position 19. Schon zum dritten Mal in dieser Saison blieb der Mexikaner im ersten Qualifying-Abschnitt hängen, im Vorjahr hatte er sich in Silverstone von Startplatz 15 noch auf Rang sechs verbessert. Wenig später unternahmen auch Verstappen und Haas-Pilot Kevin Magnussen bei einsetzendem Regen in der gleichen Kurve einen Ausflug in den Schotter, der WM-Leader fügte sich dabei einen Schaden am Unterboden zu.

Perez, der in den vergangenen fünf Rennen nicht über einen siebenten sowie zwei achte Plätze hinausgekommen war, steht derzeit im Kreuzfeuer der Kritik. Der 34-jährige Vizeweltmeister durfte seinen Vertrag beim Austro-Rennstall vor einem Monat trotz Leistungsschwankungen verlängern, konnte die Erwartungen seitdem aber nicht mehr erfüllen. "Die schwachen Leistungen von Sergio öffnen das Fenster für uns", sagte McLaren-Teamchef Zak Brown angesprochen auf die Konstrukteurswertung. Derzeit hat Red Bull Racing aber noch einen komfortablen Vorsprung, nachdem es auch Perez in den ersten fünf Saisonrennen viermal aufs Podium geschafft hatte.

In der WM-Wertung führt Verstappen vor dem zwölften von 24 Rennen mit 81 Punkten vor Norris. Ferrari-Pilot Charles Leclerc, im Qualifying nur Elfter, hat einen Rückstand von 87 Zählern. Die beiden guten Freunde Verstappen und Norris versöhnten sich nach der Kollision in Spielberg wieder, als Norris den Großen Preis von Österreich mit dem Sieg vor Augen nach einem harten Verstappen-Manöver vorzeitig hatte beenden müssen.

Erster Formel-2-Triumph für Antonelli

In der Formel 2 feierte indes Supertalent Andrea Kimi Antonelli seinen ersten Triumph. Der 17-jährige Italiener gewann den verregneten Silverstone-Sprint von der Pole Position mit einem deutlichen Vorsprung, nachdem es für den Mercedes-Junior in den vergangenen Rennen nicht nach Wunsch gelaufen war. "Das tut ihm gut. Er ist eine Sekunde schneller gefahren als die hinter ihm. Es ist auch wichtig, dass dieser Sieg jetzt passiert ist. Es hat sich bestätigt, dass er bei diesen Bedingungen in einer eigenen Liga ist. Aber er ist noch kein Weltmeister, das dauert noch", sagte Mercedes-Boss Toto Wolff im ORF über den Kandidaten für das zweite "Silberpfeil"-Cockpit 2025 neben Russell. (APA)

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