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Erneut Tote bei Angriffen und Kämpfen im Gazastreifen

Zerstörte Häuser in Gaza-Stadt
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Die israelische Armee greift nach eigenen Angaben weiterhin Ziele in mehreren Gebieten im Gazastreifen an. Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtete, dabei seien 16 Palästinenser getötet und Dutzende verletzt worden. Laut WAFA kamen bei einem israelischen Angriff auf ein Gebäude in der Stadt Gaza sechs Menschen ums Leben. Retter hätten danach ein Kleinkind lebend geborgen.

Dem Bericht zufolge gab es zudem weitere, teils tödliche Angriffe auf die Stadt im Norden des Küstengebiets. Die israelischen Streitkräfte sind laut Militär seit einigen Tagen in der Stadt im Einsatz. Die Armee setze dort unter anderem ihren Einsatz in dem Viertel Shejaia im Osten Gazas fort. Soldaten "lieferten sich Nahkämpfe mit Terrorzellen und eliminierten mehr als 150 Terroristen", so das Militär. Die Angaben beider Kriegsparteien ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die Armee hatte zuvor mitgeteilt, in der Stadt Gaza gegen Ziele der islamistischen Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihads (PIJ) vorzugehen.

Bei ihrem jüngsten Einsatz in Shejaia hätten Israels Einsatzkräfte außerdem sechs Tunnel sowie mit Sprengfallen versehene Gebäude zerstört, hieß es von der Armee weiter. Die Tunnel waren den Angaben nach rund sechs Kilometer lang. In einigen der verzweigten unterirdischen Systeme seien Kontroll- und Kommandozentren eingerichtet gewesen. Der Ortsteil gilt als Hochburg der Hamas. Israels Militär sieht eigenen Angaben nach Hinweise darauf, dass die Hamas dort erneut versucht, Fuß zu fassen.

Auch in Rafah im Süden des Gazastreifens setzte die Armee ihren Einsatz fort. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde vom Dienstag wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden mindestens 50 Menschen bei israelischen Angriffen auf Ziele im gesamten Gazastreifen getötet.

WAFA meldete unter Berufung auf medizinische Kreise, Israels Armee habe Mediziner des Al-Ahli-Krankenhauses in der Stadt Gaza gezwungen, die Klinik zu schließen. Nachdem die Umgebung der Klinik unter heftigen Beschuss gekommen sei, hätten alle Patienten und Vertriebene, die sich dort aufhielten, das Krankenhaus verlassen müssen. Das israelische Militär bestritt die Darstellung.

Zwar seien Zivilisten als Vorsichtsmaßnahme aufgefordert worden, die Kampfgebiete der Stadt Gaza zu verlassen. Der Aufruf habe aber nicht für Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen gegolten. Die Armee habe Vertreter des palästinensischen Gesundheitssystems darüber informiert, dass es nicht notwendig sei, Kliniken in dem Gebiet zu evakuieren.

Die Vereinten Nationen reagierten am Dienstag bestürzt auf neue Evakuierungsaufrufe der israelischen Armee für die Bevölkerung im Gazastreifen. Das UNO-Menschenrechtsbüro sei "entsetzt" darüber, dass Bewohner der Stadt Gaza erneut zur Flucht in Gebiete aufgerufen würden, hieß es in einer Erklärung. Das Wiederaufflammen heftiger Gefechte zwischen der Armee und der islamistischen Hamas überschattet auch die neu belebten Verhandlungen über die Freilassung von Geiseln und eine Waffenruhe.

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