Sturm und extremer Niederschlag

Hagel verwüstet Felder in Vorarlberg, schwere Schäden auch in Ostösterreich

Ein Taucher beim Bergen eines Pkws am Freitag in Spielberg. Neuerliche heftige Unwetter zogen am Freitagnachmittag auch über Kärnten und die Steiermark.
© APA / Thomas Zeiler

Massive Niederschläge und orkanartige Böen haben am Freitagabend eine Spur der Verwüstung durch Teile Österreichs und Bayerns gezogen.

Bregenz – Unwetter mit teils sintflutartigem Regen und starken Sturmböen zogen auch am Freitag über Österreich und Süddeutschland. Während Tirol von heftigeren Auswirkungen weitgehend verschont blieb, ging etwa in Vorarlberg extremer Regen und auch Hagel nieder.

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Unwetter in Tirol

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Im Ländle kam es am Freitagabend zu rund 300 Feuerwehreinsätzen. Betroffen war vor allem das Rheintal, allen voran Lustenau. Die Niederschläge fielen so heftig aus, dass Bäume knickten, Dächer abgedeckt wurden und viele Straßen wegen verstopfter Abflüsse unter Wasser standen.

In Vorarlberg sei eine Agrarfläche – vor allem Mais, Kartoffeln und Grünland – von mehr als 5000 Hektar stellenweise „regelrecht verwüstet“ worden, so die Hagelversicherung.
© APA/ÖHV

Innerhalb von wenigen Minuten gingen vielerorts über 30 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle war von einem „Großereignis“ die Rede. Hagelkörner färbten Straßen und Wiesen weiß, in weiterer Folge – bei anhaltendem Regen – gingen Garagen, Keller, Unterführungen und Straßen im Wasser unter. Wassereintritt meldete auch das Kunsthaus Bregenz, das möglichen Sachschaden bedauerte und am Wochenende geschlossen bleibt. Am stärksten betroffen waren der Großraum Bregenz, Lustenau und das Rheindelta.

📽️ Video | Zahlreiche Unwetter-Einsätze in Österreich

In vielen Gemeinden sorgten umgestürzte Bäume für Behinderungen oder Sperren, in Lustenau wurde mindestens ein Gebäude von einem Baum getroffen. In manchen Kommunen traten Bäche über die Ufer. Im Zollhafen in Hard geriet ein Boot nach einem Blitzeinschlag in den Mast in Brand.

Die Schäden in der Landwirtschaft aufgrund des Unwetters dürften jedenfalls beträchtlich sein. Man rechne mit einem Gesamtschaden im „Ländle“ in der Höhe von rund 1,2 Millionen Euro, teilte die Österreichische Hagelversicherung am Samstag mit. In den Bezirken Dornbirn, Bregenz und Feldkirch sei eine Agrarfläche – vor allem Mais, Kartoffeln und Grünland – von mehr als 5000 Hektar stellenweise „regelrecht verwüstet“ worden.

Schwere Schäden auch in NÖ, Kärnten, Steiermark und Bayern

Auch Niederösterreich wurde am Freitagabend von heftigen Unwettern heimgesucht, 360 Feuerwehreinsätze waren die Folge. Besonders betroffen waren die Bezirke Melk, Amstetten und Scheibbs. Bäume fielen auf Straßen und Gebäude, Keller bzw. Häuser wurden geflutet. In den Bezirken Scheibbs und Amstetten wurden einige Dächer durch Hagel zerstört und mussten mit Planen abgedeckt werden. Orkanartiger Sturm und enorme Niederschlagsmengen sorgten auch im Waldviertel für Feuerwehreinsätze.

Betroffen war auch die Landwirtschaft. Laut Hagelversicherung entstanden Schäden in der Höhe von 900.000 Euro bei Ackerkulturen und Grünland.

📽️ Video | Unwetter als Folge der Hitzewelle

Neuerliche heftige Gewitter zogen am Freitagnachmittag auch über Kärnten und die Steiermark. Es kam zu schweren Schäden bzw. wurden bereits entstandene Schäden von Donnerstagnacht vergrößert. Dazu kam der stürmische Wind, der Bäume umstürzen ließ und u. a. Straßen und Zugstrecken blockierte. In beiden Bundesländern standen bis zu 1600 Feuerwehrleute im Einsatz. "Baum auf Pkw, Baum auf Dach, Baum auf Stromleitung, Dach beschädigt, lose Dachziegel" – so lauteten die Meldungen, die im Sekundentakt in der Landesleitzentrale eingingen. Erst kurz nach 19 Uhr entspannte sich die Lage allmählich.

Aufräumarbeiten und umgestürzte Bäume im Großraum Weiz in der Steiermark.
© APA / Stadtfeuerwehr Weiz

Auch in Teilen Bayerns wurden Straßen und Keller überflutet, Bäume stürzten um. Wie ein Polizeisprecher in Kempten sagte, waren die Straßen teilweise weiß vor Hagelkörnern. Zwischen 18 Uhr und Mitternacht am Freitag wurden der Polizei rund 320 unwetterbedingte Einsätze gemeldet. In Icking etwa wurde die Ortsmitte überflutet, feststeckende Autos wurden von der Feuerwehr aus dem Wasser gezogen. (TT.com, APA)

📽️ Video | Viele Unwetter-Einsätze in Bayern

Unwetter verwüstet Open-Air-Festival in der Slowakei

Ein Unwetter hat das Gelände eines Open-Air-Festivals im slowakischen Trenčín verwüstet. Der Rettungsdienst brachte zehn Menschen in umliegende Krankenhäuser, wie die Leitstelle am Abend mitteilte. Sie hätten unter anderem leichte Verletzungen am Kopf und den oberen Gliedmaßen erlitten.

Nach Angaben der Agentur TASR stürzte bei dem Gewitter mit starken Windböen ein großes Zelt ein, mehrere kleinere wurden umgeweht oder beschädigt. Das Programm wurde unterbrochen. Zeitweise musste auf dem Gelände der Strom abgeschaltet werden. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste waren im Großeinsatz. Das Festival "Pohoda" (Gemütlichkeit oder Behaglichkeit) fand auf dem Flughafengelände von Trenčín statt. Auch Familien mit Kindern waren dabei.

Erst am Donnerstag waren in der Slowakei zwei Menschen bei einer Schlammlawine in einem Gebirgstal ums Leben gekommen. Auch im Nachbarland Tschechien sorgten Gewitter mit Starkregen für Probleme. Umgestürzte Bäume brachten am Freitag den Bahnverkehr an zahlreichen Stellen zum Erliegen.