Mehrere Schüsse bei Wahlkampfauftritt: Trump bei Angriff verletzt, Schütze getötet
Ein Attentat auf den republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber hat weltweit großes Entsetzen ausgelöst. Trump wurde von einer Kugel am Ohr getroffen und verletzt. Bei dem Schützen handelt es sich um einen 20-Jährigen aus Pennsylvania.
Washington – Ex-US-Präsident Donald Trump wurde bei einem versuchten Mordanschlag bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Staat Pennsylvania verletzt. Der Schütze wurde getötet. Das FBI hat den Angreifer als 20-jährigen Thomas Matthew Crooks aus der Nähe von Pittsburgh (Pennsylvania) identifiziert. Die New York Times und die Washington Post berichteten, dass der Mann im Wählerverzeichnis als Republikaner registriert war. Er soll aber mindestens einmal auch an die Demokraten gespendet haben.
Durch die Schüsse war Trump am Ohr verletzt worden. Nach Behördenangaben wurden außer dem mutmaßlichen Schützen zudem ein Zuschauer getötet und zwei weitere männliche Zuschauer schwer verletzt.
Die US-Bundespolizei FBI hat den Vorfall als „Mordversuch“ eingestuft. Der Angriff ereignete sich, als Trump bei der Wahlkampfveranstaltung gerade mit seiner Rede begann. Nach den Schüssen rissen Beamte des Secret Service den Ex-Präsidenten zu Boden und brachten ihn schließlich in Sicherheit. Nach Angaben des Secret Service hatte der Angreifer mehrere Schüsse „von einer erhöhten Position“ außerhalb des Versammlungsortes abgefeuert. Der Schütze sei daraufhin „neutralisiert“ worden.
Die Polizei von Pennsylvania erklärt, vordringlich sei das Motiv des Täters zu ermitteln. Außerdem müsse schnell geklärt werden, ob es andere Beteiligte gegeben habe. Die Ermittlungen könnten Tage, Wochen oder Monate dauern.
📽️ Video | Angriff auf Trump im US-Wahlkampf
Auf Videoaufnahmen der Veranstaltung in der Stadt Butler waren Knallgeräusche zu hören. Trump fasste sich daraufhin ans Ohr und duckte sich dann zu Boden. Sicherheitspersonal rannte auf die Bühne und schirmte ihn ab. Aufrecht und gestützt von Secret-Service-Agenten verließ er daraufhin die Bühne. Dazu reckte er die Faust in die Luft.
Panik im Publikum
Im Publikum brach nach dem Vorfall Panik aus. Menschen schrien. Die Trump-Anhänger wurden nach dem Vorfall evakuiert. Mit gelbem Flatterband wurde der Bereich rund um die Bühne abgesperrt und von schwer bewaffneten Einsatzkräften abgesichert.
Trumps Kampagnen-Sprecher Steven Cheung erklärte, Trump gehe es gut. Der 78-Jährige wurde demnach in einer medizinischen Einrichtung an Ort und Stelle untersucht. Weiter hieß es, Trump danke „den Sicherheitskräften und Ersthelfern für ihr schnelles Handeln während dieser schrecklichen Tat“.
Auf seiner Online-Plattform Truth Social schilderte Trump, eine Kugel habe „den oberen Teil meines rechten Ohres durchbohrt“. „Es ist unglaublich, dass sich in unserem Land solch eine Tat ereignen kann.“ Später stieg Trump ohne Hilfe aus seinem Flugzeug, wie auf einem von seinem Presseteam veröffentlichten Video zu sehen war. Das verletzte Ohr war darauf nicht zu erkennen.
Biden telefonierte mit Trump
US-Präsident Joe Biden verurteilte den Angriff auf Trump scharf. „Ich bin dankbar zu hören, dass er in Sicherheit ist und es ihm gut geht“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. „Ich bete für ihn und seine Familie und für alle, die auf der Kundgebung waren, während wir auf weitere Informationen warten.“ Diese Art von Gewalt habe in Amerika keinen Platz. „Wir müssen als eine Nation zusammenstehen, um dies zu verurteilen." Außerdem telefonierte Biden persönlich mit dem Republikaner. Das teilte das Weiße Haus mit, ohne Inhalte zu dem Gespräch zu nennen.
Der Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk sprach sich unmittelbar nach dem mutmaßlichen Attentatsversuch auf Trump öffentlich für den Republikaner als Präsidenten aus. „Ich unterstütze Präsident Trump voll und ganz und hoffe auf seine schnelle Genesung“, schrieb Musk auf seiner Nachrichtenplattform X. Verbunden damit war ein Video, das Trump nach dem Vorfall mit hochgereckter Faust zeigt.
Reaktionen aus Österreich
„Ich bin entsetzt von dem Mordversuch (...)“, schrieb Bundeskanzler Karl Nehammer. Er wünschte Trump „eine rasche und volle Genesung. Politische Gewalt hat keinen Platz in unserer Gesellschaft!“, fügte der ÖVP-Politiker hinzu.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen: „Gewalt in der Politik ist absolut inakzeptabel. Die Stärken unserer liberalen Demokratie – Respekt, Gleichberechtigung und Pluralismus – dürfen nicht von Hass und Gewalt untergraben werden. Mein Beileid gilt der Familie des Zuschauers, der getötet wurde. Ich wünsche Donald Trump eine rasche Erholung."
Weltweite Reaktionen:
Weltweite Reaktionen
Attentat auf Trump löst national wie international Bestürzung aus
Die Wahlkampfveranstaltung fand in der Kleinstadt Butler in Pennsylvania statt. Der US-Staat ist einer der Swing States, in dem sich Demokraten und Republikaner häufig sehr enge Rennen liefern und die daher wahlentscheidend sind. Die US-Präsidentschaftswahl findet am 5. November statt. (TT.com, APA, dpa, Reuters)
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