Sperren nach Murenabgängen

Überblick nach Unwettern in Tirol: Vor allem Innsbruck-Land war betroffen

Mit Sandsäcken versuchten die Einsatzkräfte in Gerlos, die Wassermengen unter Kontrolle zu bringen.
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Starkregen hat Freitagnachmittag und am frühen Abend in Tirol zu Murenabgängen, Erdrutschen und in Folge zu Straßensperren geführt. Verletzt wurde niemand. Die aktuelle Lage im Überblick.

Innsbruck – Die angekündigten heftigen Regenfälle am Freitagabend haben zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehren in ganz Tirol geführt. Durch Muren wurden mehrere Straßen verlegt und in der Folge gesperrt. Es gab zum Glück jedoch weder Verletzte noch Tote.

Anton Wegscheider, Pressesprecher vom Landes-Feuerwehrverband, schildert am Samstag den großen Einsatz der Hilfskräfte: „Tirolweit gab es 81 Alarmierungen wegen der Unwetterlage, 28 Feuerwehren standen im Einsatz. Am häufigsten wurden die Einsatzkräfte im Bezirk Innsbruck-Land alarmiert, gefolgt von Innsbruck-Stadt.“ Dort gab es 39 beziehungsweise 28 Einsätze.

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Aktuell sind in Sellrain und in Wattenberg noch zwei Feuerwehren im Einsatz.
Anton Wegscheider (Landes-Feuerwehrverband Tirol)

Am Samstagabend waren noch zwei Feuerwehren im Einsatz, nämlich in Sellrain und in Wattenberg.

Großer Erdrutsch im Sellrain

Das Sellraintal war nach mehreren Hangrutschungen bis Samstagfrüh nur von der Ötztaler Seite her erreichbar. In den Morgenstunden konnte die Gemeindestraße im Ortsteil Neder in Grinzens wieder für den Verkehr freigegeben werden. Am späten Vormittag wurde dann auch die L16 - Sellraintalstraße wieder in beide Fahrtrichtungen geöffnet.

Auch von Oberperfuss aus ist das Sellraintal wieder erreichbar. „Alle Straßen, die zu uns nach Sellrain führen, sind jetzt wieder offen“, gibt Bürgermeister Benedikt Singer am Samstagnachmittag Entwarnung. Den größten Erdrutsch hatte es im Bereich Gasse auf der L 233 - Oberperfer Straße gegeben. Gegen 16.30 waren auch hier die Aufräumarbeiten so weit abgeschlossen, dass die Straße wieder für den Verkehr geöffnet werden konnte. Aufgrund von Steinschlaggefahr und Hangrutschungen waren im Sellraintal zudem zwei Häuser evakuiert und mehrere Keller überflutet worden.

Auch im Zillertal führten die Niederschläge zu Straßensperren. Während der Nacht musste die Pankrazbergstraße in Fügen nach Fügenberg wegen mehrerer Murenabgänge nach Angaben des Landes gesperrt werden. Seitens der Freiwilligen Feuerwehr Fügen hieß es, dass die Sperre wieder aufgehoben werden konnte, die L49 ist wieder einspurig befahrbar.

Allerdings war die Hochfügenerstraße im Bereich "Kohler Anger" nach Hochfügen nicht befahrbar. Wie das Land Tirol berichtet, wurde bereits Samstagfrüh ein Notweg für dringende Versorgungen – allen voran medizinische Notfälle der rund 200 BewohnerInnen – eingerichtet. Voraussichtlich bleibt die Sperre bis Sonntagnachmittag aufrecht.

In Gerlos wiederum kam es zu Überschwemmungen des Mitterhofbachs, der zu kleinflächigen Vermurungen geführt hatte.

📽️ Video | Unwetterschäden an Straße in Fügenberg

Gegen 16.20 Uhr kam es auf der Paznauntalstraße (B188) in See zu einem Felssturz. Laut Polizei löste sich oberhalb der B188 ein Fels und stürzte auf die Fahrbahn. Durch den Vorfall wurden keine Personen verletzt, es entstand lediglich Sachschaden auf der Fahrbahn. Eine Totalsperre der Straße wurde von 16.25 Uhr bis 16.55 Uhr veranlasst, ehe sie durch die Straßenmeisterei Zams wieder freigegeben werden konnte.

Auch in der Axamer Lizum wurde am Freitagnachmittag ein Murenabgang gemeldet. Genauer waren es laut Polizei zwei Murenabgänge hintereinander. Eine davon landete auf dem Parkplatz der Axamer Lizum, eine weitere Mure hinter einem dortigen Hotel. Personen wurden dabei laut den Beamten keine verletzt, der Sachschaden ist derzeit noch nicht bekannt. Die Feuerwehren Axams und Birgitz befanden sich im Einsatz.

Auch Wattental und Großvolderberg betroffen

Zudem musste im Wattental aufgrund eines Murenabganges die L339 in Wattenberg gesperrt werden. Die Wattentalstraße wurde auf einer Länge von mindestens 300 Meter durch Geröll, Schlamm und Bäume verlegt. Auch hier war eine Straßensperre laut Polizei Samstagfrüh noch aufrecht.

Aufgrund des starken Regens kam es am Freitag zu einer Totalsperre der L339.
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Gegen 19 Uhr kam es zu einem weiteren Murenabgang in Großvolderberg, Höhe Volderwildbad. Ein Teil der Forststraße „Möser“ wurde durch eine Verklausung des Klausbaches durch Gestein und Schlamm verlegt. Durch den Murenabgang wurden auch mehrere Wasserbecken einer Fischzucht durch Schlamm verunreinigt. Ob die Fische Schaden davontrugen, konnte vorerst nicht eruiert werden. Im Einsatz stand die Feuerwehr Großvolderberg.

Auch anderweitig führten die Unwetter zu Planänderungen: Der am Freitag gestartete 52. Bezirks-Nassleistungsbewerb Innsbruck-Land musste aufgrund der starken Regenfälle unterbrochen werden. (TT.com, buc, md)