Keine Medaille für Österreich: Judoka Piovesana verlor Kampf um Bronze
Österreich wartet auch nach Wettkampftag vier weiter auf die erste Medaille bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Judoka Lubjana Piovesana war allerdings knapp dran, musste sich erst im Kampf um Bronze geschlagen geben.
Paris – Judoka Lubjana Piovesana hat bei den Olympischen Spielen in Paris die Bronzemedaille verpasst und Platz fünf belegt. Es ist die bisher beste ÖOC-Platzierung bei den Sommerspielen.
Die 27-Jährige musste sich Dienstagabend im zweiten Hoffnungsrundenkampf in der Klasse bis 63 kg in einem wahren Hexenkessel dem französischen Superstar und Publikumsliebling Clarisse Agbegnenou beugen. Die Tokio-Olympiasiegerin und sechsfache Weltmeisterin setzte sich mit Ippon durch.
„Ich denke, ich habe dominiert, das hat mich ein bisschen überrascht. Dann habe ich einen kleinen Fehler gemacht. Ich wusste, sie hat diesen Wurf drauf, keine Ahnung, warum ich diesen Griff gemacht habe“, sagte Piovesana. Sei sei aber nicht so enttäuscht oder traurig. „Es war eine Ehre, vor dem französischen Publikum gegen sie zu kämpfen.“ Gold ging an die Slowenin Andreja Leski.
Judo - Frauen, bis 63 kg:
- Gold: Andreja Leski (SLO)
- Silber: Prisca Awiti Alcaraz (MX)
- Bronze: Clarisse Agbegnenou (FRA) und Laura Fazliu (KOS)
Zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärterinnen zählend in den Wettkampf gegangen, hatte sich Piovesana am Vormittag mit Waza-ari gegen Esmigul Kujulowa aus Kasachstan durchgesetzt und anschließend ihre ehemalige britische Teamkollegin Lucy Renshall im Golden Score mit Ippon besiegt. Der Mexikanerin Prisca Awiti Alcaraz, die ebenfalls aus England stammt, unterlag sie im Golden Score mit Waza-ari.
Zu Auftakt der Hoffnungsrunde stoppte Piovesana die Südkoreanerin Kim Ji-su mit Ippon (Aufgabe im Würgegriff), gegen die sie heuer im Mai bei der WM in Abu Dhabi noch verloren hatte. (APA, TT.com)
Das ist Lubjana Piovesana
Die 27-Jährige wurde 1997 als Tochter einer Belgierin und eines Italieners in Birmingham geboren und ging bis 2021 für Großbritannien in internationalen Judo-Wettkämpfen an den Start. Im britischen Verband beklagte sie massives Mobbing und körperliche Übergriffe.
2022 wurde Piovesana die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Sie kämpft aktuell für den Verein Union Leistungszentrum Hohenems. Seit 2018 ist sie mit dem Vorarlberger Judoka Laurin Böhler liiert und lebt in Lochau am Bodensee.
Ihr bislang größter sportlicher Erfolg ist der Gewinn der Goldmedaille bei der U23-Europameisterschaft in Ungarn.
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