Inflation sank auf 2,9 Prozent, Gastro-Preise bleiben hoch
Die Teuerung in der Gastronomie bleibt überdurchschnittlich hoch. Lebensmittel sind dagegen kaum noch Preistreiber. Das Momentum Institut fordert eine Mietpreisbremse.
Wien – Die Inflationsrate in Österreich ist im Juli laut Schnellschätzung der Statistik Austria auf 2,9 Prozent gesunken. Sie lag damit erstmals seit drei Jahren unter der Marke von 3 Prozent. Im Juni belief sich die Teuerung im Jahresabstand noch auf 3,0 Prozent. Zum Vormonat dürfte das Preisniveau im Juli unverändert geblieben sein. "Vor allem bei Lebensmitteln hat der Preisdruck deutlich nachgelassen, sie treiben die Inflation kaum noch an. Die Preisanstiege in der Gastronomie sind hingegen weiterhin überdurchschnittlich hoch", erklärte Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas.
Wie das gewerkschaftsnahe Momentum Institut analysiert, waren die Gastro-Preise bereits in den vergangenen zwölf Monaten neben den Mieten die größten Inflationstreiber. Die Kategorie Gastro wird im Warenkorb bei der Berechnung der Inflationsrate am stärksten gewichtet, da ihr Anteil an den Gesamtausgaben der Menschen in Österreich einen großen Teil ausmacht, betont das Institut. Daher haben auch schon kleinere Preissteigerungen einen großen Einfluss.
„Teufelskreis Miet-Preis-Spirale“
Das zweitstärkste Gewicht haben Mieten. „In Österreich sind die meisten Mieten gesetzlich an die Inflation gekoppelt. Das ist problematisch. Denn steigen die Mieten, steigt die Inflation und dann wiederum die Mieten“, erläutert Leonard Jüngling, Inflationsexperte am Momentum Institut: „Zu Zeiten der hohen Inflation ist diese Miet-Preis-Spirale, in der die Mieten die Inflation und umgekehrt anheizen, ein Teufelskreis.” Das Momentum Institut fordert eine umfangreiche Mietpreisbremse einzuführen. (mas, APA)