Zahlreiche Betrugsfälle in nur kurzer Zeit in Kärnten
Zehntausende Euro wurden bei einem Polizistentrick und bei einer Bitcoin-Abzocke erbeutet.
Klagenfurt - In Kärnten hat die Polizei in kurzer Zeit von mehreren schwerwiegenden Betrugsfällen berichtet, bei denen Ältere und auch Jüngere zum Teil zehntausende Euro verloren. Zwei Betagte fielen jenem kriminellen Trick zum Opfer, bei dem sich ein vermeintlicher Polizist telefonisch meldet, behauptet ein Verwandter habe einen Unfall verursacht und es brauche Geld oder Schmuck um eine Haft zu vermeiden. Eine Jüngere verlor zehntausende Euro bei einer vermeintlichen Bitcoin-Investition.
Am Mittwoch gegen 21.30 Uhr wurde im Bezirk St. Veit an der Glan eine 73 Jahre alte Frau von einem Unbekannten angerufen. Dieser sagte, er sei Gendarm aus Klagenfurt. Der Sohn der Pensionisten habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Wenn die Frau Schmuck übergebe, könne sie ihn vor einer Haftstrafe bewahren. Die Frau ließ sich täuschen. Sie vereinbarte einen Übergabeort nahe ihres Zuhauses. Dort übergab sie einem laut Täterbeschreibung 30 bis 40 Jahre alten, etwa 180 Zentimeter großen Mann mit ungepflegter Erscheinung und nur wenigen Zähnen im Mund Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro. Der Täter soll schütteres, braunes Haar haben.
Vorgetäuscht die Tochter habe Probleme
Ähnlich ging es bei einer 93 Jahre alten Frau aus dem Bezirk Klagenfurt-Land. Sie wurde am Donnerstagnachmittag von einer unbekannten Frau angerufen. Hier wurde vorgetäuscht, ihre Tochter sei an einem Verkehrsunfall Schuld - es brauche eine Kaution, damit diese nicht in Haft muss. Auch diese Betagte ließ sich täuschen. Es klingelte ein Unbekannter an der Tür und übernahm ein Sackerl mit Wertgegenständen und Goldmünzen im Wert von mehreren tausend Euro. Danach machte sich der Mann mit einem Auto rasch aus dem Staub.
Eine 42-jährige Klagenfurterin zeigte im Juli ein Anlagebetrug an, wie die Polizei dieser Tage berichtet. Sie hatte vermeintlich in Bitcoin investiert - überwies mehrere zehntausend Euro. Aufgefallen ist der Betrug erst, als sie längere Zeit von den unbekannten Tätern, die sich als Mitarbeiter europäischen Bankenaufsicht ausgaben, via Telefon und E-Mail mit der Information konfrontiert worden war, dass das Geld derzeit wegen verdächtiger Transaktionen eingefroren sei. Sie erstatte daraufhin die Anzeige bei der Polizei.
Auszahlung von Bitcoin-Gewinn vorgetäuscht
Im Bezirk Spittal an der Drau wurde wiederum ein 62-Jähriger von Unbekannten angerufen, die ihm die Auszahlung eines vermeintlich eingefrorenen Bitcoin-Gewinns vortäuschten. Zuvor solle er aber 1,5 Prozent des späteren - vermeintlichen - Auszahlungsbetrages überweisen.
Die Polizei warnt oft vor solchen und ähnlichen Betrügereien. Die Polizei oder Staatsanwaltschaft verlangen niemals telefonisch Geld oder Wertsachen. (APA)