„Swifties“ kommen trotzdem

Swift-Absage: Wifo erwartet keinen nachhaltigen ökonomischen Schaden

„Es ist für eine Destination nie besonders positiv, wenn es eine Terrorgefahr gibt": Meist seien das laut Ökonom aber nur kurzfristige Effekte.

Wien - Die Absagen der Taylor-Swift-Konzertreihe in Wien wegen Terrorgefahr sorgt nicht für nachhaltige wirtschaftliche Folgen. „Das ist für die Swift-Fans natürlich wahnsinnig schade, aber die wirtschaftlichen Folgen für Österreich und Wien werden sich in Grenzen halten", sagt Wifo-Ökonom Oliver Fritz. „Größere ökonomische Effekte und Schäden würde ich ausschließen."

„Wer von außerhalb kommt und ein Hotel gebucht hat, hat kaum eine Möglichkeit, die Unterkunft kurzfristig zu stornieren", sagte Ökonom Fritz. Viele “Swifties" dürften daher trotz der Konzertabsage nach Wien reisen, da sie bereits Geld für Bahn- oder Flugtickets ausgeben hätten. „Viele Besucher werden deshalb trotzdem kommen und Geld ausgeben, sie müssen ja essen und trinken", so der Experte. Es werde daher Erlöse für die Wirtschaft und den Tourismus geben. “Das wird den Schaden sehr, sehr gering halten. Mögliche Ausfälle werden kaum messbar sein."

Keine langfristigen Effekte

Auch langfristige Effekte erwartet der Ökonom nicht. „Es ist für eine Destination nie besonders positiv, wenn es eine Terrorgefahr gibt", sagte er. Meist sind das aber nur kurzfristige Effekte, wie man in New York und Paris nach den dortigen Terroranschlägen gesehen habe. "Dort hat sich der Tourismus schnell erholt. Die Leute vergessen wahnsinnig schnell."

Auch wenn die Auswirkungen für die Gesamtwirtschaft gering bleiben dürfte, werden der Konzertveranstalter Barracuda Music und die zuständigen Kartenbüros wohl einen spürbaren Schaden von der Konzertabsage davontragen. Rund 170.000 Menschen wurden für die drei Konzerte in Wien erwartet, der Veranstalter hat bereits angekündigt, dass die Rückerstattung des Ticketpreises innerhalb von zehn Tagen automatisch erfolgen soll. Hinzu kommen weitere Kosten für die Organisation des Großevents. Laut Verein für Konsumenteninformation (VKI) trägt das Risiko für die Konzertabsage der Veranstalter, da der Grund für die Absage höhere Gewalt sei, die nicht in der Einflusssphäre der Konsumenten liegt.

Höhe des Schadens unbekannt

Wie hoch der Schaden genau ausfallen wird, ist bisher unbekannt. Anzunehmen ist jedoch, dass mit einer Ausfallversicherung zumindest ein Teil der Schäden abgefangen werden kann. Österreichische Versicherer wird das voraussichtlich nicht treffen, da derartige internationale Großveranstaltungen meist im Ausland versichert werden. Aus der heimischen Versicherungsbranche wollte sich hierzu vorerst aber niemand äußern. (APA)