Auftakt zur Nations League

Österreichs Abwehrzentrum steht gegen Slowenien am Prüfstand

Gut möglich, dass ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick heute zum Nations-League-Auftakt in der Innenverteidigung auf Leopold Querfeld vertraut.
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Auf das ersatzgeschwächte ÖFB-Team wartet heute (20.45 Uhr, live ORF 1) zum Nations-League-Auftakt in Laibach eine harte Nuss. Wer die Slowenen unterschätzt, kann schnell am Boden der Tatsachen landen.

Laibach – Es gibt viele Argumente dafür, dass das österreichische Fußball-Nationalteam mitsamt seinen bei der EM-Endrunde in Deutschland zuletzt euphorisierten Fans Slowenien nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte:

Die Liste der Ausfälle bei der rot-weiß-roten Auswahl (siehe Box) ist lang, vor allem in der Innenverteidigung (ohne Danso, Lienhart, Trauner und Alaba) türmen sich Personalsorgen auf. Gut möglich, dass Teamchef Ralf Rangnick heute Linksfuß Max Wöber und „Rookie“ Leopold Querfeld erstmals als neues Pärchen positionieren muss. „Wir müssen improvisieren, haben aber nach wie vor Alternativen im Kader“, notiert der 66-jährige deutsche Teamchef im Amtsjargon. Mit Flavius Daniliuc (Hellas Verona) steht nur ein dritter Innenverteidiger im Kader, der zum Rechtsverteidiger „umgeschulte“ Stefan Posch kann aber auch innen verteidigen. Die gute Nachricht: Der frischgebackene Vater Philipp Lienhart reist zum zweiten Match nach Norwegen nach.

Wer den heutigen Gegner unterschätzt, hat sicher kein einziges Match der Slowenen bei der EURO gesehen, geschweige denn einen Blick auf deren starke Statistik geworfen. Nach drei Remis in den Gruppenspielen gegen Dänemark, Serbien und England musste sich Slowenien erst im Achtelfinale im Elfmeterschießen gegen Portugal beugen. Die Nummer 52 der FIFA-Weltrangliste (Österreich liegt auf Platz 22) ist seit zehn Länderspielen nach 90 Minuten unbesiegt und kassierte bei der EM-Endrunde kein Tor aus dem laufenden Spiel. Die Remis-Könige warten allerdings auch seit fünf Partien auf einen Sieg. Was nichts daran ändert, dass man an vorderster Front mit dem Leipziger 50-Millionen-Stürmer Benjamin Sesko über eine starke Waffe verfügt: „Das ist eine kompakte, geschlossene Mannschaft mit dem herausragenden Einzelspieler Benjamin Sesko. Wir müssen versuchen, das Spiel schnell zu machen, Rhythmuswechsel reinzubringen und so gut wie möglich zu verteidigen, damit wir selbst möglichst kein Gegentor bekommen“, weiß Rangnick.

Bei allen Ausfällen und allem Respekt vor dem Gegner (mit den Sturm-Spielern Jon Gorenc Stankovic und Tomi Horvat) wird sich laut Rangnick auch in Laibach nichts an der proaktiven Pressing-DNA ändern. Und greift man zur (alten) Fußball-Weisheit, dass Spiele im Mittelfeld entschieden werden, müsste der Sieger eigentlich Österreich heißen. Denn obwohl Xaver Schlager (Kreuzbandriss) rekonvaleszent und Christoph Baumgartner (agiert oft als hängende Spitze) noch nicht ganz fit ist, liegt hier mit Konrad Laimer, Marcel Sabitzer, Dauerbrenner Nici Seiwald und Co. das Herzstück.

Die Zielsetzung Gruppensieg nahmen vor dem Auftakt übrigens auch die Slowenen in den Mund. Und ein rot-weiß-roter Spaziergang wird das in der Liga „B3“ mit Sicherheit nicht werden.