Der Nations-League-Start erinnerte nicht ans große EURO-Fieber
Österreichs Fußball-Nationalteam startete mit einem 1:1-Remis in Slowenien in die Nations League. Vor allem offensiv blieb vor dem zweiten Match in Norwegen viel Luft nach oben.
Laibach - Neun Ausfälle zwangen Ralf Rangnick beim Nations-League-Auftakt in Laibach zum Improvisieren. Vor allem in der Innenverteidigung, wo der deutsche ÖFB-Teamchef dann auf eine Lösung mit Stefan Posch und Maximilian Wöber setzte, Alexander Prass links und Philipp Mwene rechts positionierte. Letzterer wurde dann bei einem Stojanovic-Schuss zum Unglücksraben, weil er mit dem Hand dran war und der rumänische Schiri Petrescu nach dem Videobeweis zurecht auf Elfmeter entschied. Sloweniens Starstürmer Benjamin Sesko ließ sich beim 1:0 (16.) vom Punkt nicht zweimal bitten.
Österreich schüttelte sich kurz durch und übernahm zusehends das Kommando. Nachdem Sabitzer nach Laimer-Vorstoß noch an Sloweniens Keeper Vidovsek scheiterte (27.), traf Konny Laimer nur eine Minute später nach feinem Mwene-Zuspiel zum 1:1 (28.). Der Torjubel machte sichtbar, dass auch der Bayern-Legionär bald Papa wird. Bis zum Pausenpfiff strahlte die Rangnick-Truppe dann viel spielerische Dominanz aus, ohne aber entscheidend nachlegen zu können.
Christoph Baumgartner, wie Nici Seiwald bei RB Leipzig Klubkollege von Sesko, kam nach der Pause für Patrick Wimmer. Die rot-weiß-rote Auswahl blieb am Drücker, fand aber nicht den entscheidenden Hebel, um die slowenische Defensive auszuhebeln. Die Gastgeber haben zuvor nicht umsonst seit zehn Spielen nie in 90 Minuten verloren, das Aus im EM-Achtelfinale gegen Portugal war ja erst im Elfmeterschießen resultiert. Ein Sabitzer-Abschluss (65.) war in dieser Phase schon nennenswert, bei den Hausherren rotierte der Osttiroler Sandi Lovric, der die ÖFB-Nachwuchsauswahlen durchlaufen hat, dann raus.
Bei den raren Gegenstößen der Slowenen schoss Joker Mlakar am kurzen Eck vorbei (77.). Dann passierte Historisches: Neo-Gladbach-Legionär Kevin Stöger feierte mit 31 Jahren sein hochverdientes Debüt im ÖFB-A-Team. Eine feine Ecke von ihm hämmerte Sabitzer drüber (86.), nach einer Sabitzer-Flanke auf Laimer rettete Vidovsek in höchster Not (88.).
Es blieb beim 1:1. Fazit: Die Defensive stand trotz aller Ausfälle in der Innenverteidigung gut, in der Offensive fehlte allerdings die letzte Durchschlagskraft. Am Montag geht‘s in Norwegen (nur 0:0 in Kasachstan) mit dem zweiten Match weiter.
Nations League Gruppe B 3
Slowenien - Österreich 1:1 (1:1). Ljubljana, Stadion Stozice, 15.000. SR Petrescu (ROM).
Tore: Sesko (16., Elfmeter) bzw. Laimer (28.).
Slowenien: Vidovsek - Brekalo (86. Balkovec), Drkusic, Bijol, Janza - Stojanovic, Gnezda Cerin, Elsnik, Lovric (63. Celar) - Sporar (63. Mlakar), Sesko.
Österreich: Pentz - Mwene, Posch, Wöber, Prass - Seiwald - Schmid (82. Stöger), Laimer, Sabitzer, Wimmer (46. Baumgartner) - Arnautovic (82. Adamu)
Gelbe Karten: Gnezda Cerin, Janza bzw. Prass, Laimer, Sabitzer, Mwene, Cinel (ÖFB-Assistenztrainer)
ÖFB-Stimmen:
Marko Arnautovic: „Es war kein einfaches Spiel, aber das wussten wir. Was uns gefehlt hat, war der entscheidende Pass. Wir hatten einige Situationen, wenn wir den letzten Ball anbringen, können wir das Spiel gewinnen. Man hat nur eine Mannschaft gesehen, die gewinnen wollte, und das waren wir. Aber so ist Fußball, weiter geht‘s."
Maximilian Wöber: „Es waren nach 20 schwierigen Minuten viele gute Dinge dabei. Wir waren dominant, aber nicht sauber und gefährlich genug. Es ist nicht unser Anspruch nur einen Punkt zu machen.“