Top-Favorit geschlagen

Ein neuer Rekord und ein Kleid aus 1000 Perlen: Das waren die Emmys

Jennifer Aniston gewann zwar keinen Emmy, dafür hätte sie einen Sieg für ihren Style verdient.
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Im Peacock Theater in Los Angeles wurden in der Nacht auf Montag die Emmys verliehen. Im Vordergrund standen die besten Serien, TV-Filme und Shows. Der Top-Favorit musste sich geschlagen geben. Die Looks der Stars waren hingegen preisverdächtig.

Spätestens seit es Streaming-Anbieter gibt, spielen Serien eine ganz neue Rolle im Leben von TV- und Filmfans. Blickt man ein paar Jahre zurück, so hat sich das Serienkonzept komplett verändert. Viele erinnern vielleicht noch an die etlichen US-Sitcoms mit eingespielten Lachern. Die Handlung: oft übertrieben - eine Blödelei mit platten Gags, eine leichte Unterhaltung eben.

Heute setzen moderne Fernsehserien auf vielschichtige Geschichten, auf Charaktere, die sich über Jahre hinweg entwickeln, mit denen man mitlebt und mitwächst. Streaming-Dienst-Abos machen es möglich, dass dieses Mitleben rund um die Uhr geschehen kann. TV-Junkies wollen unbedingt wissen, wie es weitergeht, was wiederum dazu führt, dass zuhause regelrechte Serienmarathons veranstaltet werden.

Vom Rentierbaby bis zum König der Köche

Mit den Emmys werden die besten Serien, Shows und Fernsehfilme im US-Fernsehen und Streaming ausgezeichnet. Auch die Preisverleihung selbst hat eine ganz neue Bedeutung bekommen. Waren die Awards früher ein müder Abklatsch der Oscars, so fiebern auch Kinofans heute gespannt mit, welcher Serienstar eine Trophäe mit nach Hause nimmt. Diese Entwicklung liegt auch daran, dass Serien nicht mehr mit No-Names besetzt werden, sondern mit Schauspielerin aus der Promi-A-Liga, wie etwa Gillian Anderson oder Naomi Watts.

Gleichzeitig sind Serien aber auch ein Sprungbrett für Newcomer. Die zwei Darsteller Hiroyuki Sanada und Anna Sawai hatten hierzulande vermutlich die wenigsten am Radar. Bei den Emmys wurden die beiden als beste Darsteller der Dramaserie „Shogun“ ausgezeichnet. Die Literaturverfilmung hat überdies einen Rekord gebrochen. Die Buchadaption gewann 18 Preise - mehr hat es in einem einzigen Jahrgang noch nie für eine Serie gegeben. Die Historienverfilmung „Shogun“ erzählt von den Erlebnissen eines britischen Navigators, der im 17. Jahrhundert nach Japan kommt und dort zum Samurai wird.

Die Abräumer des Abends: Die japanischen Schauspieler Anna Sawai und Hiroyuki Sanada wurden als beste Darsteller in der Dramaserie „Shogun“ ausgezeichnet.
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Drei Stunden dauerte die Verleihung im Peacock Theater in Los Angeles. Als letzter Preis des Abends ging der Emmy für die beste Comedyserie nicht an den Topfavoriten „The Bear: King of the Kitchen“, sondern an die Vegas-Serie „Hacks“. Die Mischung aus Drama und Showbiz-Satire handelt von einer alternden Standup-Komikerin (gespielt von Jean Smart), deren Dauershow eingestellt wird und die mit einer jüngeren Autorin um ein Comeback kämpft.

Die Restaurantserie „The Bear“ erhielt dagegen unter anderem Preise in den Kategorien bester Hauptdarsteller für Jeremy Allen White und für die besten Nebenrollen von Ebon Moss-Bachrach und Liza Colón-Zayas. Insgesamt kam „The Bear“ auf elf Auszeichnungen, „Hacks“ auf drei.

Der Serienstar der Stunde: Jeremy Allen White wurde als bester Hauptdarsteller in „The Bear: King of the Kitchen“ ausgezeichnet.
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Bei den Miniserien war „Rentierbaby“ der große Sieger und gewann neben dem Hauptpreis fünf weitere Emmys. Die vom schottischen Comedian Richard Gadd entwickelte siebenteilige Reihe mit dem Originaltitel „Baby Reindeer“ erzählt mit schwarzem Humor von einem Mann, der von einer Stalkerin verfolgt wird.

Die Geschichte soll auf wahren Begebenheiten aus dem Leben Gadds beruhen. Er spielt auch die Hauptrolle und schrieb das Drehbuch, für das er ebenfalls einen Emmy bekam. Gadds und Schauspielerin Jessica Gunning erhielten zudem Preise für ihre darstellerischen Leistungen.

Richard Gadd und Jessica Gunning erhielten Preise für ihre Rollen in „Rentierbaby“.
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Dass den USA in weniger als acht Wochen eine Präsidentschaftswahl bevorsteht, war während der Verleihung kaum zu spüren. Es gab einzig einige blasse Aufforderungen zur Stimmabgabe und Mahnungen zur Vielfalt der Vereinigten Staaten. Selbst Politshow-Moderator John Oliver nahm in seiner Dankesrede für die Auszeichnung von „Last Week Tonight“ als beste geskriptete Unterhaltungssendung keinen Bezug auf Donald Trump oder Kamala Harris.

Schon bei der Bekanntgabe der Nominierungen hatte sich ein eher unpolitischer Jahrgang abgezeichnet. Nachdem im Vorjahr noch mit „Succession“ und „White Lotus“ zwei böse Satiren über die Medienbranche und verwöhnte Luxusurlauber abgeräumt hatten, ging es dieses Mal eher traditionell zu.

Glitzer, Glamour und ein doppelter Look

Traditionell waren auch die Kleider der Stars auf dem Roten Teppich. Die männliche Schauspiel-Elite zeigte sich fast ausschließlich in schwarzen Smoking, Hollywoods weibliche Prominenz setzte auf Klassiker (auffallend oft auf Oscar de la Renta), auf Glitzer, Glamour, Schwarz und Rosé - durch die Bank geschmackvoll und elegant.

Ganz oben auf der Best-dressed-Liste: Jennifer Aniston. Die Schauspielerin, die immer noch für ihre „Friends“-Rolle gefeiert wird, wurde bei den Emmys für ihre Rolle als Nachrichten-Moderatorin Alex Levy in „The Morning Show“ als beste Hauptdarstellerin nominiert.

Die Trophäe musste sie zwar Anna Sawai überlassen, aber Aniston hätte sich in ihrem trägerlosen Kleid, mit tausenden Perlen bestickten trägerlosen Kleid von Oscar de la Renta einen Preis verdient. Genauso wie Selena Gomez, die in Ralph Lauren erschien. Für ungewolltes Aufsehen sorgten Rita Ora und Eiza González. Die Sängerin und die die mexikanische Schauspielerin erschienen im Zwillingslook. Die rosafarbenen Traumroben von Tamara Ralph Couture waren beinahe identisch. Den beiden Ladies schien der Fashion-Fauxpas nicht weiter zu stören.

Die besten Emmy-Looks

Jennifer Aniston in Oscar de la Renta.

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Selena Gomez in Ralph Lauren.

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Rita Ora in Tamara Ralph.

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Eiza Gonzalez in Tamara Ralph.

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Kristen Wiig in Oscar de la Renta.

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Laura Dern in Gabriela Hearst.

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Gillian Anderson in Emilia Wickstead.

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Elizabeth Debicki in Dior.

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Catherine O'Hara in Oscar de la Renta.

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Ilona Maher in Oscar de la Renta.

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Reese Witherspoon in Dior.

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Meryl Streep in Alexander McQueen.

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Naomi Watts in Balenciaga.

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