Flohmarkt und Ausstellung

Bei den Ärmsten der Armen: Rumänienhilfe Inzing bittet um Unterstützung für Hilfstransporte

Bereits im Jahr 2018 haben der Fotograf Rudy de Moor und seine Frau Sabé die prekären Lebensbedingungen von Roma in Satu Mare dokumentiert. Mit einer Benefiz-Fotoausstellung wollen sie nun die Rumänienhilfe Inzing unterstützen.
© Rudy de Moor

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert unterstützt die Rumänienhilfe Inzing bedürftige Menschen im Raum Satu Mare. Zur Finanzierung der monatlichen Transporte werden dringend Geldmittel benötigt. Ein großer Flohmarkt in Inzing am 4. und 5. Oktober sowie eine Benefiz-Fotoausstellung mit bewegenden Bildern aus Satu Mare ab 18. 10. sollen nun dazu beitragen.

Innsbruck, Inzing – Schon seit 1997 setzt sich die Rumänienhilfe Inzing, in Zusammenarbeit mit der Caritas der Diözese Innsbruck, unermüdlich für die vielen von Armut und Perspektivlosigkeit betroffenen Menschen in Satu Mare im Nordwesten Rumäniens ein. Hunderte Container mit Hilfsgütern wurden auf die Reise geschickt, um die schlimmste Not zu lindern. Die Diözese Satu Mare übernimmt die Waren und kontrolliert deren Verteilung.

Seit Beginn des Ukrainekrieges hat sich die Situation in Satu Mare, das unweit der ukrainischen (wie auch der ungarischen) Grenze liegt, nochmals verschärft. Die monatlichen Hilfslieferungen werden jetzt auch dazu verwendet, Geflüchtete zu unterstützen. „Zugleich wird alles teurer – und vom Staat ist nicht viel zu erwarten“, schildert Christl Scharmer, Leiterin der Rumänienhilfe in Inzing, die Lage. 13 Container wurden in Inzing heuer schon beladen und per Lkw nach Satu Mare gebracht.

Abverkauf in Inzing, Fotoausstellung in Innsbruck

Rund 2000 Euro kostet ein solcher Lkw-Transport. Zur Finanzierung organisiert die Rumänienhilfe mehrmals pro Jahr große Benefiz-Verkaufsveranstaltungen – so auch diese Woche: Am Freitag, 4. Oktober von 9 bis 17 Uhr sowie am Samstag, 5. Oktober von 9 bis 15 Uhr findet in der „Fundgrube“ im Jugendheim Inzing, Salzstraße 20, ein großer Abverkauf von Raritäten, Geschenkideen und (Nostalgie-)Spielzeug statt. Laut Christl Scharmer warten eine vielfältige Auswahl an Lego und Playmobil, Puppen aller Art, dazu Bilder, Bücher und ein großes Sortiment an Geschirr sowie Haushaltsartikeln. Stärken kann man sich an einem reichhaltigen Kuchenbuffet.

Geschirr, Haushaltsgegenstände, Spielzeug und vieles mehr stehen am Freitag und Samstag beim Benefizflohmarkt in Inzing zum Verkauf.
© Scharmer

Auch der Reinerlös einer weiteren, ganz besonderen Veranstaltung fließt zu 100 Prozent an die Rumänienhilfe Inzing: Der Pressefotograf Rudy de Moor und seine Frau Sabé Forstinger haben sich bereits 2018 selbst ein Bild – oder eher: viele Bilder – von der Situation in Rumänien gemacht. Sie haben die betroffenen Menschen in Satu Mare besucht und den Alltag der Roma-Minderheit fotografisch sowie in einer Reportage festgehalten. Die Einzelschicksale stehen exemplarisch für die prekären Verhältnisse, in denen Roma in weiten Teilen Europas leben.

Nun sind die eindrucksvollen, aber auch erschütternden Bilder in einer Fotoausstellung („Im Reich der Ärmsten der Armen“) zu sehen – und können zur Unterstützung der Rumänienhilfe Inzing käuflich erworben werden. Die Vernissage findet am Freitag, den 18. Oktober, um 18 Uhr in der Kunstgalerie Kooio in Innsbruck, Mariahilfstraße 40, statt. Die Ausstellung ist dann täglich von 16 bis 20 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0664/5358475 geöffnet. Am Sonntag, 20. Oktober findet eine Matinee statt (11 Uhr), die Finissage ist für Freitag, 25. Oktober ab 18 Uhr angesetzt.

Die (Wohn-)Situation vieler Roma hat sich seit 2018 kaum verbessert.
© De Moor

Rumäniensammlung an jedem ersten Samstag im Monat

Übrigens: Sammlungen für die Rumänienhilfe Inzing finden von März bis Dezember an jedem ersten Samstag im Monat von 8.30 bis 11.30 Uhr statt – das nächste Mal somit bereits am 5. Oktober. An der Sammelstelle beim Jugendheim Inzing (Salzstraße 20) können Güter des täglichen Bedarfs abgegeben werden.

Gebraucht wird „alles, was ganz und vollständig ist“: Bekleidung, Bettwäsche, Wolle und Stoff, Decken, Möbel, Haushaltswaren, Geschirr, haltbare Lebensmittel, Fahrräder und Roller, Elektrogeräte, Spielsachen und Bastelmaterial. Die Rumänienhilfe bittet darum, die Waren sortiert in Kartons zu verpacken und diese zu beschriften. (Falls noch Platz im Karton ist, sollte dieser noch nicht verschlossen werden.) Und: Um freiwillige Spenden für den Transport wird auch bei dieser Gelegenheit gebeten.