Kirchbichl setzt auf Torgarantie Gschösser, Kellerduell in der Regionalliga Tirol
Die Tabellenspitze ist heiß begehrt, die Rote Laterne weniger. Während Kirchbichl am Freitagabend vorübergehend wieder auf Platz eins springen kann, hofft Schlusslicht Silz/Mötz in der tt.com Regionalliga Tirol auf einen Befreiungsschlag. Und in der Bezirksliga Ost scheint der Aufsteiger Reith heuer einiges vorzuhaben.
Silz/Mötz möchte Rote Laterne abgeben
„Wir gehören zu den Topspielen?“, konnte es Mils-Trainer Andreas Graus fast gar nicht glauben. Die Antwort: Ja, auch Kellerderbys bergen Brisanz. Der Aufsteiger ist Vorletzter und gastiert am Samstag (16.30) in der tt.com Regionalliga Tirol beim Tabellenschlusslicht Silz/Mötz.
„Dass es schwer wird, haben wir erwartet. Aber im Endeffekt waren wir bei vielen Spielen dabei - das sieht man an der Punkteanzahl nur nicht so“, beschleicht Graus das Gefühl, dass seine Truppe in den ersten neun Runden etwas unter Wert geschlagen wurde.
Wenngleich der freiwillige Absteiger aus der Westliga noch das Nachtragsspiel gegen Ebbs in der Hinterhand hält, lässt sich das wohl auch über Silz/Mötz behaupten. Schließlich stehen im Kader der Oberländer noch einige hochkarätige Kicker. Der Verletzungsteufel schlug allerdings auch schon zu: Die als Stammspieler eingeplanten Mehmet Durmus und Rene Hellermann fallen seit über einem Monat verletzungsbedingt aus. Zuletzt sprang sogar Fußball-Pensionist Michael Augustin zwei Mal in die Bresche.
Gschösser trifft und trifft und trifft
Kirchbichl hofft in der Hypo Tirol Liga indes, dass mit Christoph Gschösser die Lebensversicherung im Angriff bis zur Winterpause noch so oft wie möglich auflaufen kann. Das ist nämlich nicht selbstverständlich: Der Torjäger kämpft sich mit Rückenproblemen durch. Wenn der 26-Jährige aber aufläuft, trifft er immer - so wie in allen sechs bisherigen Saisoneinsätzen. Insgesamt stehen sieben Tore zu Buche.
„Er ist natürlich ein total wichtiger Spieler“, weiß der Sportliche Leiter Hubert Mosser, dessen Schützlinge noch ungeschlagen sind. Das schaffte neben dem Tabellenzweiten (ein Spiel weniger) ansonsten nur Leader Oberperfuss. Am Freitag (19 Uhr) gastiert die Truppe von Trainer Peter Schnellrieder beim Tabellenfünften in Münster. „Bisher läuft es sensationell. In Münster ist es aber immer schwierig. Wir müssen 100 Prozent geben. 99 Prozent reichen nicht“, warnt Mosser und hofft natürlich wieder auf Gschösser-Tore.
Aufsteiger Reith liegt schon wieder im Spitzenfeld
Ein weiteres Spitzenspiel steigt am Samstag in Reith. Die Truppe von Coach Christoph Kranz konnte die Aufstiegseuphorie in die neue Saison der Bezirksliga Ost transportieren und hält nach acht Runden bei 17 Punkten und damit als Tabellenzweiter bei gleich viel Zählern wie Tabellenführer Kitzbühel Juniors. Der Ausflug nach Mallorca unmittelbar nach dem Aufstieg schien das Team noch einmal zusätzlich zusammengeschweißt zu haben.
„Wir haben zwar gesagt, dass wir uns das erste halbe Jahr einmal anschauen müssen. Intern haben wir uns aber schon ausgerechnet, vorne mitspielen zu können“, fühlt sich der stürmende Reith-Obmann Robert Dukic (schon neun Tore) nach dem bisherigen Saisonverlauf bestätigt. Der 44-jährige Innenverteidiger Mahir Iftic, der schon für Wörgl und Kufstein in der Westliga verteidigte und früher auch in Kroatiens höchster Spielklasse aufgelaufen war, kam im Sommer aus Ellmau und entpuppte sich als Riesenverstärkung. „Aber auch der Teamspirit bei uns ist zurzeit wirklich super“, nickt Dukic.
Verstecken muss sich Wildschönau als Gegner am Samstag (16 Uhr) wahrlich nicht. Die Unterländer sind mit nur einem Punkt weniger Tabellenvierter und angesichts eines ausstehenden Nachtragsspiels nach Verlustpunkten sogar Erster. In der Bezirksliga Ost verhält es sich übrigens extrem ausgeglichen - den Tabellenführer Kitzbühel Juniors und den Siebten Tux trennen nur zwei Punkte. Das Drehbuch in dieser Spielklasse hat wohl nicht der untalentierteste Regisseur geschrieben ...
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