Sitzt bereits im Gefängnis

Neue Anklage gegen deutschen Star-Koch Alfons Schuhbeck

© CHRISTOF STACHE

Insolvenzverschleppung und Betrug sind nur zwei der insgesamt fünf Vorwürfen an Star-Koch Alfons Schuhbeck. Dieser sitzt bereits wegen anderer Anklagen im Gefängnis.

München - Die Staatsanwaltschaft München I hat erneut Anklage gegen den inhaftierten Star-Koch Alfons Schuhbeck erhoben. Sie wirft ihm Insolvenzverschleppung, Betrug, versuchten Betrug, Subventionsbetrug sowie das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt vor, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.

Arbeitsentgelt etwa soll er in mehr als 450 Fällen vorenthalten oder veruntreut haben. Dabei soll es um Beitragsanteile an die gesetzlichen Krankenkassen gegangen sein. Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 260.000 Euro soll er gar nicht gezahlt haben.

Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft dem Fernsehkoch zudem vor, unter falschen Angaben Corona-Hilfen und Überbrückungshilfen beantragt zu haben. Diese habe er genutzt, um anderweitig Verbindlichkeiten zu bedienen. Zahlreiche Geschäftspartner seien geschädigt worden, weil Schuhbeck trotz Zahlungsunfähigkeit weiterhin Verträge abgeschlossen habe. „Mindestens ein Unternehmen musste daher selbst Insolvenzantrag stellen“, erklärte die Münchner Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Schuhbecks Anwälte kündigten indes an, er werde sich gegen die Anklagevorwürfe verteidigen.

Im vergangenen Jahr hatte Schuhbeck bereits eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung angetreten. Das Landgericht München I hatte ihn zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Es war überzeugt, dass er 2,3 Millionen Euro Steuern hinterzogen und mehr als 1000 Mal in die Kasse von zwei seiner Restaurants gegriffen hat, um Geld verschwinden zu lassen. Er gab zu, dazu ein Computerprogramm genutzt zu haben, das ein Angestellter in seinem Auftrag erstellt hatte. (TT, dpa)