Grüne gewinnen bei Pass-Egal-Wahl in Tirol mit 43 Prozent, FPÖ nur 0,8 Prozent
Das Interesse an der „Pass-Egal-Wahl“ in Tirol sei groß gewesen, heißt es von SOS-Mitmensch. Am meisten Stimmen erzielten in Tirol die Grünen, vor SPÖ und KPÖ. Die FPÖ erreichte nur 0,8 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Innsbruck – Erstmals konnte in Tirol im Vorfeld der Nationalratswahl am 29. September an mehreren Standorten und über längere Zeit bei der Pass-Egal-Wahl gewählt werden. Es gab ein völlig anderes Ergebnis als bei der Nationalratswahl:
Die Grünen kamen auf 43 Prozent, die SPÖ kam auf 32,9 Prozent, die KPÖ auf 14,1 Prozent, die NEOS auf 5,5 Prozent, die Bierpartei kam auf 1,5 Prozent, die ÖVP auf 1,3 Prozent und die FPÖ auf 0,8 Prozent.
Bei der österreichweit auf Initiative von „SOS Mitmensch" stattfindenden Aktion, haben insgesamt 20.000 Wähler*innen mitgemacht. In Tirol haben 650 Menschen an einem der acht Standorte in den drei Wochen vor der Nationalratswahl ihre Stimmen abgegeben. 480 von ihnen leben zwar in Tirol, sind aber wegen der restriktiven Staatsbürgerschaftsregelungen von Nationalratswahlen ausgeschlossen.
Deutsche größte Gruppe der Nicht-Wähler:innen
Die restlichen Stimmen sind Solidaritätsstimmen von österreichischen Staatsbürger*innen. Auch wenn die Pass-Egal-Wähler*innen nicht auf ihre Repräsentativität hin überprüft worden sind, ergibt die Wahl der Menschen, die in der Reihenfolge am häufigsten aus Deutschland, Italien, Syrien und Somalia kamen, ein völlig anderes Ergebnis als die Nationalratswahl:
Immerhin 1,5 Millionen in Österreich lebende Menschen sind bei der Nationalratswahl nicht wahlberechtigt. Das sei nur wenigen Menschen bekannt, betont die Geschäftsführerin der Plattform Asyl, Susanne Meier.
Plattform fürchtet raueres Klima
Für die Menschen, denen der Wind bald noch härter entgegenweht, versteht sich die Plattform Asyl auch öffentlich als Fürsprecherin, so Susanne Meier: „Das Ergebnis der Nationalratswahl wird ein verschärftes Klima für geflüchtete Menschen bringen. Wir werden ihre Anliegen weiter im direkten Kontakt mit jenen, denen wir mit Pat*innenschaftsprojekten beim Ankommen helfen, vertreten.“
Workshops ins Schulen gegen Hetze
Zudem soll in Schulworkshops weiter ein fachlich informiertes Gegenangebot zur Hetze gegen Minderheiten in den sozialen Medien angeboten werden. „Und wir werden die Themen derjenigen Menschen, die nicht mitbestimmen dürfen, obwohl sie hier leben, weiterhin in die Öffentlichkeit tragen“, kündigte Meier an. (ver)
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