Überwachung mit KI

Big Brother am Straßenrand: Wie Frankreichs Polizei mehr Verkehrssünder erwischen will

Neue Überwachungsgeräte der französischen Polizei sollen nicht nur Raser erkennen.
© AFP/Meyer

Radarfallen sollen dank Künstlicher Intelligenz gleich mehrere Verstöße auf einen Schlag erkennen können. Ein Autofahrer-Club wittert Abzocke statt Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Paris – Zu schnell? Handy am Steuer? Nicht angeschnallt? Zu dicht aufgefahren? Die neueste Generation von Radarfallen der französischen Polizei soll dank Künstlicher Intelligenz diese und weitere Vergehen auf einen Schlag erkennen. Der Autofahrerclub „40 Millions d‘automobilistes“ ist empört und wittert reine Abzocke.

Die Interessensvertretung zitiert aus der Budgetplanung für das kommende Jahr. Dort sind auf der einen Seite 46,3 Millionen Euro für Ausbau und Aufrüstung der fix installierten Radarfallen vorgesehen. Auf der anderen Seite lässt sich aber herauslesen, dass die Zahl der Bußgeldbescheide steigen soll.

Ein Gerät für viele Verstöße

Mit den Millionen aus dem Budget soll die Zahl der fix installierten Radarfallen auf landesweit 4160 steigen. Mehrere Hundert sollen in der Lage sein, mehrere Arten von Verstößen gegen die Verkehrsregeln zu erkennen und automatisch zu ahnden.

Der Automobilclub glaubt nicht, dass auf diesem Weg die Verkehrssicherheit gewinnen kann. Sinnvoller wäre, wenn auf den Straßen mehr Polizisten kontrollieren würden, heißt es.

Radarkästen sind in Frankreich schon bisher beliebtes Ziel von Protesten und Zorn der Bevölkerung. Während der Gelbwesten-Proteste 2019 wurden drei Viertel aller Radarfallen zerstört. Nächster Anlass waren im Vorjahr die Kundgebungen gegen die Pensionsreform. (dpa, TT)