Erstmals in Tirol

Kabarett, das Unangenehmes anspricht: Romeo Kaltenbrunner kommt nach Hall

Spät aber doch: Erst Anfang 30 stand Romeo Kaltenbrunner erstmals auf der Kabarettbühne. Mit „Selbstliebe“ tourt er seit Monaten durch Österreich.
© Martin Jelici

Tirol-Debüt mit „Selbstliebe“: Kabarettist Romeo Kaltenbrunner steht mit seinem Debütprogramm erstmals auf einer Tiroler Bühne. Das Stromboli in Hall hat ihn außerdem für 2025 gebucht.

Innsbruck – Mit Kabarett hatte Romeo Kaltenbrunner lange nichts am Hut, sein erstes Programm sah er während dem Studium in Wien. Erst 2019 stand Kaltenbrunner mit über 30 erstmals mit Stand-Up-Comedy auf der Bühne. Nachdem ArbeitskollegInnen ihm empfohlen hatten, das zu machen, was er auch abseits der Bühne ständig macht – Menschen zum Lachen zu bringen, darf man annehmen.

Eine Pandemie später jedenfalls war „Selbstliebe“ da. Seitdem tourt der 36-Jährige mit seinem Debüt durch Österreich und Deutschland. Er kommt jetzt nach Hall. Das Stromboli macht das Tirol-Debüt am Freitag möglich.

📽️ Video | Einblick ins Programm „Selbstliebe“

Worum geht‘s? Um Liebe. Und ums Selbst. Die Bühnenfigur in Kaltenbrunners Programm wurde nämlich verlassen. Die Freundin wollte ihn nicht mehr aushalten – also auf finanzieller Ebene. Also ist Krise angesagt – auch auf finanzieller Ebene. Kein „bedingungsloser Grundurlaub“ mehr. Warum das Ich trotzdem lieber allein bleibt, bekommt man in „Selbstliebe“ schön trocken serviert.

Live in Tirol.

Sein Tirol-Debüt mit „Selbstliebe“ war am Freitag, 15. November (20 Uhr) im Stromboli Hall geplant. Der Termin musste krankheitsbedingt abgesagt werden. Ersatztermin: 10. Dezember. Alle Infos: stromboli.at

Kaltenbrunner will in seiner Arbeit on stage aber nicht nur Zwischenmenschliches verhandeln, verrät er der TT vorab, es geht auch um soziale Ungerechtigkeit, um Rassismus. Berührungsängste? Fehlanzeige. Als „brauner Österreicher“ stellte sich Kaltenbrunner vor Kurzem in Bayern vor. Einer, der für die Kunst nach Wien wechselte. Und jetzt in Deutschland berühmt werden will.

„Heimaten“ entdecken

Was darf Humor? Für Kaltenbrunner auch „Unangenehmes“ ansprechen. Wichtig bleibt: Nicht nach unten treten. Für Tirol hat sich der Kabarettist einige „Adpatierungen“ überlegt, verspricht er. Das tagesaktuelle Geschehen liefere eh Gag-Vorlagen, das sieht man auch auf Kaltenbrunners Instagram-Page. Über 17.000 sehen dort seine Videos. Politisches Kabarett mache er aber keines, betont Kaltenbrunner. Auch wenn sein nächstes Programm „Heimweh“ den Heimatbegriff unter die Lupe nimmt. Er kehrt dafür in sein Mühlviertler Zuhause heim und entdeckt gleich mehrere „Heimaten“. Mehr davon wieder im Stromboli: 2025 wird Kaltenbrunner nach Hall zurückkehren.

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