Ohne Transparenz und Kontrolle geht es nicht
Die Kritik des Bundesrechnungshofs an der Pathologie der Tirol Kliniken ist nicht ohne. Das hat nichts mehr mit schlampigen Verhältnissen zu tun. Die strukturelle Notlage, die zur Gründung einer eigenen Pathologie vor sechs Jahren geführt hat, weil das universitäre Pathologie-Institut abgewirtschaftet wurde, ist längst vorbei.
Die privatwirtschaftliche Struktur der „Innpath“ entspricht wahrscheinlich mehr den modernen Anforderungen in einem höchst vielfältigen und komplexen medizinischen Fachbereich. Der jedoch eine zentrale Rolle in der Patientenversorgung spielt, zumal das (erkrankte) Gewebe untersucht wird. Das ist entscheidend für die Diagnose und die anschließende Therapie. Vor allem in der Onkologie.
Gesellschafter sind allerdings die Tirol Kliniken und dahinter steht das Land. Im öffentlichen Bereich benötigt es unbedingt Transparenz, wichtige Kontrollmechanismen wie einen Aufsichtsrat bzw. das Einhalten der Managerrichtlinie sowie der Corporate-Governance-Leitlinien („Unternehmensführung und -kontrolle“) für Beteiligungen.
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Pathologien an der Med-Uni und den Tirol Kliniken ist natürlich ein Gebot der Stunde. Wobei der Schwerpunkt bei den Befundungen eindeutig bei der Innpath bleiben muss. Doch Lehre und Wissenschaft benötigen eine funktionierende universitäre Pathologie, die dann wiederum durch Forschung das Erkennen von Erkrankungen weiterentwickelt und exakter macht. Und das kommt genauso der Patientenversorgung zugute.
„Innpath“ unter dem Mikroskop