430.000 Personen in Österreich ohne Job, Tirol mit niedrigster Arbeitslosenquote
Die schwache Geschäftsentwicklung in der Industrie und im Handel lässt die Arbeitslosenzahlen weiter steigen. Ende Februar waren 429.940 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet, davon waren 347.424 arbeitslos und 82.516 in Schulungsmaßnahmen des AMS. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer um 6,9 Prozent bzw. 27.643 Personen gestiegen.
Die Arbeitslosenrate erhöhte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent. „Es ist kein leichter Start für eine neue Bundesregierung“, kommentierte AMS-Vorstand Johannes Kopf die aktuellen Arbeitslosenzahlen in einer Stellungnahme. Seit rund 2,5 Jahren befinde sich Österreich in einer Rezession und das zeige „auch der Arbeitsmarkt deutlich“. Positiv bewertet Kopf das Regierungsprogramm der neuen türkis-rot-pinken Koalition. „Die neue Bundesregierung hat angekündigt, das AMS mit deutlich mehr Budget zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auszustatten. Das ist ein wichtiger erster Schritt“, so der AMS-Chef
Den größten prozentuellen Zuwachs bei arbeitslosen Menschen und Personen in AMS-Schulung gab es Ende Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat in der Warenerzeugung/Industrie (+14,9 Prozent) und im Gesundheits- und Sozialwesen (+12,2 Prozent). Etwas niedriger fiel der Anstieg im Handel (+8,3 Prozent), in der Gastronomie und Beherbergung (+5,7 Prozent) sowie im Verkehr und Lagerwesen (+5,2 Prozent) aus. Einen geringen Arbeitslosenanstieg gab es am Bau (+2,5 Prozent) und bei der Arbeitskräfteüberlassung (+0,1 Prozent).
Derzeit werden laut Arbeitsministerium in den österreichischen Unternehmen 97.424 Lehrlinge ausgebildet, 28.796 davon im ersten Lehrjahr. Derzeit gibt es mehr lehrstellensuchende Personen als Lehrstellen: 7891 junge Menschen sind beim AMS lehrstellensuchend gemeldet und die Zahl der offenen Lehrstellen beläuft sich auf 7616.
Tirol mit niedrigster Arbeitslosenquote
Laut AMS waren mit Stichtag 28. Februar in Tirol 17.112 Personen arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 1374 Menschen mehr (+8,7 Prozent) als vor einem Jahr. Sieben von zehn arbeitslosen Personen (68,4 Prozent) sind seit weniger als drei Monaten arbeitslos vorgemerkt. Ein Drittel hat aktuell eine Einstellzusage (32,5 Prozent) von einem Betrieb und jeder Vierte war zuletzt in der Baubranche beschäftigt (25,8 Prozent).
„Das Bild am Arbeitsmarkt bleibt unverändert. Die Arbeitslosigkeit ist fast in allen Branchen höher als vor einem Jahr. Gleichzeitig steigt die Beschäftigung weiterhin an. Tirol wird bis zum Ende der Wintersaison das Bundesland mit der niedrigsten Arbeitslosenquote bleiben“, wird Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, in einer Aussendung zitiert.
Bei 17.112 Arbeitslosen und geschätzten 372.000 unselbständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im Februar 2025 in Tirol 4,4 Prozent. Im Bundesländervergleich ist das der geringste Wert. Damit lag die (geschätzte) Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahres. 2563 Personen nehmen aktuell an Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol teil. Das sind im Vorjahresvergleich um 214 Personen oder 9,1 Prozent mehr. (APA, TT)
Teuerung in Österreich