So macht man Dieben das Leben schwer
Oh Schreck, das Rad ist weg: Wie kann man sein Fahrrad effektiv gegen Diebstahl schützen und was gilt es im Ernstfall zu tun?
Fahrräder erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit – leider nicht nur bei Sportlern, sondern auch bei Langfingern. Wie sonst ließe sich erklären, dass in Österreich laut ÖAMTC jährlich 20.000 Fahrräder gestohlen werden? Doch je kühner die Diebe werden, desto durchdachter die Techniken, um sich gegen sie zu wappnen:
Alarmanlage: Nur fünf bis zehn Sekunden brauchen Diebe, um einen großen Teil der aktuellen Sicherheitsschlösser zu knacken. Ein modernes Konzept lautet daher, bereits bei der ersten Berührung des Rades aktiv zu werden. Hat dessen Besitzer ein GPS einer Rad-Alarmanlage etwa unten am Motor installiert, gibt das einen Ton von sich, wenn es eine Bewegung wahrnimmt.
Schreckt das den Übeltäter nicht ab, fängt das Gerät an, penetrant zu piepsen. Zudem wird dessen Besitzer am Handy alarmiert und über die aktuelle Position seines Rades informiert.
Sicherheitsschlösser
Die größte Schutzwirkung bieten Ketten-, Falt- und Bügelschlösser. Zehn Prozent des Rad-Preises sollte man dafür ausgeben. Radfahrer, die einen Schritt weiter gehen wollen, wählen Modelle, die sich nicht mit Schlüssel, sondern nur via Handy-App oder Fingerprint öffnen lassen. Der Vorteil: Deren Schließmechanismen lassen sich nicht mit Spezialwerkzeug manipulieren.
Doch auch deren größte Feinde sind akkubetriebene Winkelschleifer. Lediglich hochpreisige Schlösser aus speziellen Legierungen und Alarmschlösser, die Warntöne von sich geben, wenn man versucht, sie zu zerschneiden, bieten Abhilfe.
Abstellort
Selbst dieses innovative Schloss wird nutzlos, wenn der Drahtesel an keinem festen Gegenstand, wie Radständer, angeschlossen ist. Frei stehende Räder können in einen Anhänger geworfen und abtransportiert werden. Damit nicht genug: Der Abstellort sollte belebt sein und regelmäßig verändert werden. Steht das Rad etwa täglich für mehrere Stunden an derselben Stelle am Bahnhof, kann sich ein potenzieller Dieb in aller Ruhe auf seine Tat vorbereiten.
Nach dem Diebstahl
Wesentliche Informationen des Fahrrads, wie Rahmennummer, Fabrikat und besondere Merkmale, sollte man in seinem Fahrradpass notieren. Der ist als Handy-App oder bei vielen Fahrradhändlern auf Papier erhältlich und sollte der Polizei im Rahmen der Anzeige übergeben werden. Je genauer das Fahrrad beschrieben ist, desto einfacher können die Beamten es dem Besitzer zuordnen.
Nach Erstattung einer Diebstahlsanzeige wird der Versicherer informiert. Der fordert meist Kaufbeleg und Rahmennummer. Auch Fotos des Rades sind hilfreich.
Wer sein Rad vorab in einer Online-Datenbank registriert hat, kann die im Ernstfall nach gefundenen Rädern durchforsten. Manchmal ist auch eine Suche im Umfeld des Abstellorts oder auf Online-Flohmärkten von Erfolg gekrönt. So mancher Dieb will nämlich nur kleine Distanzen zurücklegen oder das Diebesgut schnell an den Mann bringen.