„Moskau weitet Terror aus“

Viele zivile Opfer bei russischem Angriff auf Sumy: Auch Kinder unter den Toten

Einsatzkräfte in Sumy im Nordosten der Ukraine, wo am Sonntag ballistische russische Raketen einschlugen.
© AFP/Voronenko

Über 80 Personen wurden im Nordosten der Ukraine am Sonntag verletzt, unter den Toten sind auch zwei Kinder. Das kriegsgebeutelte Land fordert mehr Hilfe vom Westen.

Kiew – Bei einem schweren russischen Raketenschlag gegen die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine sind mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende verletzt worden. Unter den Toten seien auch zwei Kinder, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj am frühen Nachmittag auf Telegram mit. Er sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Es gebe 32 Tote. Unter den 84 Verletzten seien auch 8 Kinder, teilten die Behörden mit. „Jeder bekommt die nötige Hilfe", erklärte Selenskyj.

Viele Menschen unterwegs

Viele Menschen waren am Palmsonntag in der Stadt unterwegs, als die Raketen einschlugen. Die ballistischen Raketen hätten Sprengsätze mit Streumunition getragen. So habe Russland eine möglichst hohe Zahl an Zivilisten treffen wollen, sagte Selenskyjs Kanzleichef Andrij Jermak. Viele Menschen seien zudem mitten auf der Straße, in Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Häusern verletzt worden, teilte Innenminister Ihor Klymenko auf Telegram mit. Er warf Russland einen gezielten Angriff auf Zivilisten vor. Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem Kriegsverbrechen.

Das „absolute Böse“

Die Behörden der Stadt teilten mit, dass ein Krisenstab eingerichtet worden sei. Es gab demnach Schäden an Straßen, Häusern, einer Ausbildungseinrichtung und mehreren Autos. Auf Bildern waren leblose Körper auf den Straßen, brennende Autos und schwere Verwüstungen zu sehen.

Ausgebrannte Autos in der Stadt Sumy. Die Schäden sind enorm.
© AFP/Sumy region prosecutor's office

Außenminister Sybiha sprach vom „absoluten Bösen“ an einem wichtigen christlichen Feiertag in einer friedlichen ukrainischen Stadt. Er und Selenskyj forderten in Mitteilungen auf der Plattform X eine entschlossene Reaktion der internationalen Verbündeten. Sybiha kritisierte, dass Russland einem US-Vorschlag vom 11. März zu einer Waffenruhe in der Ukraine nicht zustimmt.

„Stattdessen weitet Russland seinen Terror aus“, sagte Sybiha. Er forderte die westlichen Partner auf, die Ukraine mit zusätzlichen Flugabwehrkapazitäten auszustatten und den Druck auf Moskau zu erhöhen. „Stärke ist die einzige Sprache, die sie verstehen, und der einzige Weg, dem schrecklichen Terror ein Ende zu setzen“, sagte er.

Kein Ende des Leids: Verzweifelte Menschen in der Ukraine bekommen erste Unterstützung von Polizeipsychologen.
© AFP/Voronenko

Von westlichen Verbündeten, darunter von der EU und der NATO, gab es neben der Verurteilung des russischen Angriffs auch Beileids- und Unterstützungsbekundungen. Der französische Präsident Emmanuel Macron schrieb auf X, dass Russland menschlichem Leben keinen Wert beimesse und den Krieg fortsetzen wolle – ohne Rücksicht auf das internationale Recht oder die diplomatischen Bemühungen von US-Präsident Donald Trump.

Es brauche starke Maßnahmen, um Russland zu einer Waffenruhe zu zwingen, schrieb Macron. Ähnlich äußerte sich der britische Premierminister Keir Starmer. (TT, APA, dpa)