Schwieriger Einsatz

Anspruchsvolle Bergung: Sieben Wanderer gerieten am Großvenediger in Bergnot

Freitagfrüh begaben sich zwei Gruppen auf eine Schneeschuhwanderung mit dem Ziel, den Großvenediger zu besteigen. Eine Wetterverschlechterung führte dazu, dass sie in Bergnot gerieten. Erst am Samstagnachmittag konnten die Wanderer sicher ins Tal gebracht werden.

Matrei in Osttirol – Zu einer anspruchsvollen Rettungsaktion im Bereich des Großvenedigers, bei der insgesamt sieben Personen gerettet werden mussten, kam es am Wochenende. Was war passiert? Wie die Polizei in einer Aussendung Sonntagfrüh mitteilt, machten sich am Freitagmorgen zwei Gruppen von Schneeschuhwanderern unabhängig voneinander auf den Weg vom Matreier Tauernhaus in Richtung Innergschlöß.

Beide Wandergruppen, eine davon aus Tschechien, bestehend aus drei Frauen im Alter von 42, 51 und 50 Jahren sowie einem 48-jährigen Mann, die andere aus China, bestehend aus zwei Frauen im Alter von 27 und 28 Jahren sowie einem 28-jährigen Mann, hatten das Ziel, in der Nähe der „Neuen Prager Hütte“ zu übernachten und am Samstag dann den Gipfel des Großvenedigers zu erklimmen. Die Wetterbedingungen machten diesem Plan aber einen Strich durch die Rechnung.

Wetter verschlechterte sich

Denn ab dem frühen Freitagnachmittag verschlechterte sich das Wetter massiv, was beide Gruppen laut Polizei in Zeitverzug brachte. Die tschechische Gruppe erreichte so erst gegen 18 Uhr das Notbiwak an der alten Materialseilbahn und setzte einen Notruf ab. Die Rettungsmannschaft begab sich in das Einsatzgebiet und nahm telefonisch Kontakt mit den Personen auf. Da die Gruppenmitglieder erschöpft, aber unverletzt waren, wurde eine Übernachtung im Notbiwak und eine Bergung in den Morgenstunden vereinbart.

Die chinesische Gruppe, die schließlich gegen 19.45 Uhr bei starkem Nebel die „Alte Prager Hütte“ erreichte, musste ebenfalls einen Notruf absetzen, da eine Notübernachtung dort nicht möglich war. Eine Bergung wurde aufgrund der schlechten Wetterbedingungen abgebrochen. Schließlich wurden die Mitglieder der chinesischen Wandergruppe zum Notbiwak der Tschechen geleitet, wo sie gegen 23 Uhr eintrafen und gemeinsam die Nacht verbrachten. Ein Alpinpolizist hielt während der Nachtstunden telefonischen Kontakt mit den Gruppen.

Per Hubschrauber ins Tal

Samstagfrüh dann die Rettung: Drei Bergretter und ein Alpinpolizist konnten vom Polizeihubschrauber oberhalb der Nebelgrenze abgesetzt werden und zu den erschöpften Wanderern absteigen. Da laut Beamten keiner der Wanderer ein Lawinenverschüttetensuchgerät bei sich hatte und ein sicherer Abstieg ohne Notfallausrüstung nicht möglich war, wurden weitere Bergretter und Ausrüstung per Hubschrauber ins Einsatzgebiet gebracht. Zudem hatte eine Tourengeherin ihre Schneeschuhe verloren, die ersetzt werden mussten.

Im Anschluss erfolgte der sichere Abstieg und als sich die Wetterlage am späten Nachmittag besserte, konnten alle Personen samt Rettungsmannschaft mit dem Polizeihubschrauber schlussendlich ins Tal geflogen werden. (TT.com)

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Catharina Oblasser

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